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    <title>Walther Lücker, Text-Werkstatt</title>
    <link>https://www.text-foto.eu</link>
    <description>Ausgewählte Texte aus der Textwerkstatt Südtirol.
Berge, Himalaja, Nepal. Mount Everest und anderes mehr.</description>
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      <title>Walther Lücker, Text-Werkstatt</title>
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    <item>
      <title>Marmolada – die ramponierte Königin der Dolomiten</title>
      <link>https://www.text-foto.eu/marmolada</link>
      <description>In der Sekunde, als am 3. Juli 2022 die Natur an der Marmolada ihre Wucht und ihre zerstörende Gewalt entfesselte, konnte niemand ahnen, dass die Rettungskräfte im Laufe der folgenden Stunden und Tagen elf Todesopfer aus den Flanken bergen würden.</description>
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  &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie das Riesenmaul eines Haifisches öffnete sich nach einem Serac-Abruch Anfang Juli 2022 dieses Loch im Marmolada-Gletscher
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           In der Sekunde, als am 3. Juli 2022 die Natur an der Marmolada ihre Wucht und ihre zerstörende Gewalt entfesselte, konnte niemand ahnen, dass die Rettungskräfte im Laufe der folgenden Stunden und Tagen elf Todesopfer aus den Flanken bergen würden. 
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Carlo Budel hat sein halbes Leben in der Fabrik gearbeitet. Er war sogar mal Tellerwäscher. Vor allem aber ist er ein Freund der Natur. Und er ist der Hüttenwirt der Capanna Punta Penia. Das kleine, windschief wirkende Konstrukt aus Holz, Blech und Stein ist nicht gerade ansehnlich, doch es steht an einem der schönsten Plätze der Ostalpen. Die Marmolada wird auch als „Königin der Dolomiten“ bezeichnet. Wegen der sanft geschwungenen Linie, die der Gipfelgrat wie eine Krone von West nach Ost bildet. Und natürlich wegen des größten Dolomitengletschers, der früher mal hübsch anzusehen war und heute nur mehr ein kümmerlicher Rest aus Eis ist. Dort kann man im August an schwarzen, schmierigen Jahresringen der Umweltsünden der Menschheit im vergangenen Jahrhundert ablesen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Der Mann, der wütend ist auf seine Marmolada
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Capanna Punta Penia in 3340 Meter Höhe ist sozusagen die Perle in der Krone diese Königin. Ich habe dort oben Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge beobachtet, die mir unvergesslich geblieben sind. Beides erlebt man dicht gedrängt, wenn man übernachtet. Hatte ich auch, mehrmals. Meist genießt Carlo Budel die wenigen Wochen sehr, die er dort oben verbringen kann. Er ist ein feiner und feinfühliger Mensch. Er hat einen interessanten Mischlingshund. Den hat er "Paris" getauft. Weiß der Himmel warum. Carlo Budel liebt „seine“ Marmolada. Er verehrt sie tatsächlich wie eine Königin. Der Berg hat ihn unfreiwillig zum Influencer in den sozialen Medien gemacht. Denn die Fotos, auf denen er mit seiner selbst gestrickten Wollmütze in der abendlichen Sonne sitzt, sind fast schon legendär. Doch jetzt ist er ungehalten mit seiner Königin. Er hat sich das in einem ergreifenden Post von der Seele geschrieben: „Ich liebe die Marmolada und werde sie immer lieber, auch wenn ich gerade wütend auf sie bin“. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Die gaffende Menge stellt die Fragen
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es wird in diesen düsteren Tagen viel diskutiert, rund um den höchsten Berg der Dolomiten. In Canazei vor allem, wo man die Toten und die Überreste dessen, was man von ihnen und ihrer Ausrüstung gefunden hat, in einer Halle versammelt. Auch am Fedaiasee, wo, um eine weiträumige Absperrung herum, Uniformierte patrouillieren, wie vor einen Hochsicherheitstrakt. Es ist wegen den schaurünstigen, gaffenden Menge. Weltweit berührt und polarisiert dieses tragische Ereignis. Wer oder was war da schuld? Wäre das zu verhindern gewesen? So die bangen Fragen. Und jede Menge Antworten. Sofort. Wie aus der Lawine geschossen. Die Staatsanwaltschaft hat einen Akt angelegt und Ermittlungen aufgenommen. Inzwischen hat der ermittelnde Beamte festgestellt, dass weder Fremdverschulden, noch Vorsatz, noch falsch eingeschätztes Risiko diese Katastrophe bedingt haben könnten. Und dennoch wird so vieles vermutet, spekuliert und angeprangert. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           „Lasst uns aufhören und beten…“
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Carlo Budel sagt in seinem Post: „Im Fernsehen habe ich großartige Bergsteiger, Gletscherexperten und Fachleute gehört. Sie sind sich alle einig, dass dieses katastrophale Ereignis nicht vorzusehen gewesen ist. Und dann reden Leute, die zuerst Virologen, dann Kriegsexperten und jetzt plötzlich Bergsteiger und Eis-Fachleute sind. Dabei haben sie die einzige Anhöhe ihres Lebens mit der Seilbahn erreicht. Lasst uns aufhören, nach Schuldigen zu suchen, sondern leise für Diejenigen beten, die diesen Berg liebten und am Sonntag ihr Leben dort verloren haben…“ Man ist versucht zu sagen: Recht hat der Mann. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es war 13.30 Uhr, als sich am Sonntag, 3. Juli 2022, dieser Eisschlag seine Bahn brach. Tonnen Eis, Geröll, Firn und Wasser schossen mit über 300 Stundenkilometer talwärts, vom mittleren Teil des langen Marmolada-Grates kommend und dem Weg des geringsten Widerstandes konsequent folgend. Unterwegs nahm die Lawine alles mit, was ihr im Weg war. Auch die Menschen, die sich auf dem Gletscher im Abstieg vom Berg befanden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/IMG_7277-241fad26.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Marmolada: Blau markiert die Normalroute auf den Gipfel, rot bezeichnet grob den Lawinenstrich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           60 Meter hoch, 200 Meter breit
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war warm an diesem Tag. Und auch am Vortag. Viel zu warm. Zehn Grad, zehn Komma drei genau, sind zu viel für diese Jahreszeit. Der Gletscher sah in diesem Jahr schon Anfang Juni aus, wie sonst Ende Juli. Grau und dreckig. Offen all die Spalten, die den Gletscher schon ewig zerreißen und die die ständige Bewegung dieser unruhigen Materie dokumentieren. Regen und Schmelzwasser, so erklären Glaziologen wissenschaftlich belastbar, muss in großen Mengen in das Innere des Marmolada-Gletschers eingedrungen sein. Irgendwann so viel, dass der Serac kippte und fiel. Fast sechzig Meter hoch und wohl zweihundert Meter breit. Eine Schuppe eher, weniger ein Turm. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eis und Wärme werden niemals gute Freunde werden. Ein Gesetz der Physik.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Es war der schlimmstmögliche Zeitpunkt und Tag“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Warum hat man die Gefahr nicht vorher erkannt und die Kletterroute gesperrt“, fragt aufgeregt auf „ZEIT online“ ein besorgter Foren-Teilnehmer in den Tagen danach. Die Schwester eines Verunglückten eilte nach Canazei und gab bekannt, so wolle nicht eher ruhen, bis ein Schuldiger gefunden sei. Carlo Budel sagt traurig und mit Blick auf seine Marmolada: „Es war der schlimmstmögliche Zeitpunkt und Tag, an dem sich das Eis am Gletscher hat lösen können“. Natürlich war das so, betrachtet man das schreckliche Ausmaß dieser Tragödie. Doch was meint Carlo Budel damit?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Reinhold Messner hat sich dort verewigt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich kenne die Marmolada von allen Seiten. Von Süden mit der beeindruckenden, lotrechten Wand, in der sich Reinhold Messner mit dem famosen Ausstieg aus der klassischen „Vinatzer-Route“ verewigt hat, in der es spektakuläre Kletterlinien mit klangvollen Namen wie „Moderne Zeiten“, „Der Weg durch den Fisch“ oder „Don Quixote“ gibt, und wo selbst die einfachste Kletterei den unteren fünften Schwierigkeitsgrad erfordert. Von Osten, wo die „Via Eterna“, die „Endlose“ über einen ausgesetzten Grad am Drahtseil zur Forcella Serauta, in Richtung Punta di Rocca leitet, der etwas niedrigeren der beiden Marmolada-Gipfelschwestern. Also dort, wo man im Winter Ski fährt. Oder von Norden kommend, über den einstmals so beeindruckenden Gletscher. Die Abstiegsroute, auf der das Unglück geschah, gilt auch als sogenannter Normalweg für den Aufstieg. Und von Westen, entweder vom Fedaia-See aus oder vom Contrin-Haus und schließlich über den Westgrat-Kletterersteig auf die Punta di Penia, den höchsten Punkt der Marmolada. Ich habe dort kaum etwas ausgelassen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man braucht Erfahrung an diesem Berg – genügend Erfahrung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ganz gleich jedoch, von welcher Seite man sich dem Haupt der Königin auch nähert, einfach ist es nirgendwo. Es braucht den guten Bergsteiger, den ausgebildeten Alpinisten. Einen Bergführer für Jene, die sich ihrer Sache nicht ganz sicher sind. Jedenfalls, es braucht Erfahrung im Klettern, im Klettersteiggehen, im Eis. Die Marmolada ist kein einfacher Berg und schon gar nicht ein Nachmittagsvergnügen in “alta montagna“. Es sind schöne Touren, die da hinaufführen. Bereichernd und vielfach unvergesslich. Und natürlich birgt jede dieser Touren dort auch jenes Restrisiko, um das Alpinisten wissen und um das sich jetzt wieder die selbsternannten Experten die Münder zerreißen. Steinschlag, Eisschlag, ein heftiger Witterungsumschwung mit Blitz, Hagel und unglaublichen Schneefällen mitten im Sommer – all das gehört eben auch zur Marmolada, wie zu jedem anderen „hohen“ Berg. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Immer schon blitzgefährlich
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und natürlich war dieser Berg auch schon vor 40 Jahren und noch viel länger potenziell gefährlich. Da gibt es ja gar kein Vertun. Immer schon hat es Stein- und Eisschlag in Jahren enormer Sommerhitze gegeben. Und im Winter vernichtende Lawinen. Es ist erst eineinhalb Jahre her, als am 14. Dezember 2020, einem Montag, eine gewaltige Lawine das historische Schutzhaus Pian dei Fiaconi zerstörte und sogar die darunter liegende Liftanlage beschädigte. Derselbe Lawinenstrich. Nur damals menschenleer. Und vor allem einem Winter mit meterhohen, fragilen Schneemassen geschuldet. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was also will Carlo Budel sagen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Bildschirmfoto-2022-07-11-um-08.54.06.png" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach dem Eissturz an der Marmolada wurde erst nach einer Woche auch der letzte Vermisste tot geborgen.             (Quelle AP)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13.30 Uhr – das ist normal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13 Uhr, 13.30 Uhr, ist eine normale Zeit für den Abstieg nach der Überschreitung der Marmolada. Denn man braucht seine Zeit, bevor man oben am Gipfel ist. Wandernd zunächst, steil bergauf gehend und schließlich am Drahtseil gesichert kletternd. So funktioniert der Steig am West Grat. Da kommt niemand rauf, der nichts von Alpinismus versteht. Das waren auch am vergangenen Sonntag allesamt entweder erfahrenen Alpinisten oder sie waren mit Bergführern unterwegs. Der Zeitbedarf hängt von der Kondition der Protagonisten ab und auch von den Staus, die sich an schönen Tagen am Klettersteig durchaus bilden können. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und selbstverständlich, wird jeder vernünftige Mensch, zumal bei diesem Traumwetter und mit einem Blick sicher 200 Kilometer weit, bei Carlo Budel einkehren, etwas essen, etwas trinken, die paar Schritte hinübergehen zum Gipfelkreuz und ein Foto machen. Niemand rennt einfach über einen Gipfel drüber, wenn nicht das Wetter hetzt. Die Zeit am Berg vergeht schnell. Das wissen wir alle. Also 13 Uhr ist durchaus normal, wenn man sich auf dem Abstieg befindet. Zunächst einen einst herrlichen Grat leicht abwärts, an dem die Jahre, die Sonne und das Klima den Firn genommen und Gestein belassen haben. Dann am Drahtseil eine unangenehme Rinne hinunter. An deren Ende gähnt die Randkluft. Da muss man drüber, um auf den Gletscher zu gelangen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vorbei an Spalten und gähnend tiefen, schwarzen Löchern
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Steigeisen anlegen, Pickel, Stöcke, wenigstens eine Eisschraube, ein paar Schraubkarabiner, ein paar Schlingen, der Helm und vor allem ein Seil – das ist Standard auf dem Marmolada-Gletscher. Da ist es wieder: Das ist kein Berg für Anfänger. Das wissen die Allermeisten auch. Stetig absteigend wendet sich die bisweilen knietiefe Spur im weichen Nachmittagseisbrei in Richtung Osten. Durch ein beeindruckendes Spaltengewirr, mit gähnenden Tiefblicken und vorbei an tiefen, schwarzen Löchern. Am Rand der Spaltenzone geht es gerade hinunter. Südwärts nun. Doch dann wendet sich der Trampelpfad, der keiner ist, erneut nach Südosten. Man sieht dort einen großen Felsen aus dem Eis ragen, unterhalb des Hauptmassivs. Und genau dort oben, zwischen Punta die Rocca und Punta di Penia hängt dieses eisige Bollwerk unter dem Grat. Es ist steil dort oben, niemanden hat es je dorthin gezogen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war nicht die Frage ob, es war nur die Frage wann
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schlimmstmöglicher Zeitpunkt. Schlimmstmöglicher Tag. Sagt Carlo Budel. Viele Bergsteiger waren an diesem Tag auf der Marmolada. Und viele mussten wieder hinunter. Die Wärme. Das Wasser im Gletscher dort oben. Der enorme, tonnenschwere Druck auf eine ganz offenkundig fragil gewordenen Eismasse. Es war nicht die Frage, ob es kommen würde, es war einzig die Frage wann. Sie beantwortete sich um 13.30 Uhr. Während ahnungslose, wohl glückliche Bergsteiger diese Passage querten, die nun zur tödlichen Schussbahn wurde. Dort ist man sich sicher, bald unten zu sein. Angekommen bald beim Pian dei Fiaconi. Die Bergführer werden wohl kurz den Blick nach oben gerichtet haben. Der Instinkt des Alpinisten wittert, was dort oben hängt. Doch er vermag unmöglich zu sagen, wann der Gletscher bricht. Das ist nicht möglich. Allen Zwischenrufen ewig kluger Besserwisser zum Trotz. Dieser Punkt der Tragödie ist nicht einmal diskussionsfähig. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schwarzer Dreck
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich gehe schon seit einigen Jahren nicht mehr auf die Marmolada. Aus einem einzigen Grund: Es ist mir zu gefährlich. Die Spalten, die sich immer früher im Jahr öffnen, sind atemraubend tief und gruselig. Das sieht aus, wie der Schlund zur Hölle, alles voller schwarzem Dreck aus der Umwelt und vom Sahara-Regen, zerrissen, zerklüftet, bedrohlich wirkend. Seit ich am K2 im Karakorum in eine Spalte geflogen bin, mag ich Gletscher nicht mehr sonderlich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/IMG_7292.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In Schichten kann man nach dem Ausbruch an der Marmolada auch die Umweltsünden der vergangenen hundert Jahre sehen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Entsetzt – und doch…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und, der Gletscher der Marmolada wird immer kleiner, er verliert an Volumen. Je geringer allerdings seine Auflagefläche wird, umso gefährlicher werden die unterirdischen Seen, die sich in jedem Gletscher bilden. Sie kommen und gehen, in dem sie wieder abfließen. Und der See da oben ist eben nicht mehr abgeflossen. Als er randvoll war und das Wasser immer wärmer wurde, ist der Gletscher quasi implodiert, hat diesen 60 Meter hohen Serac umgeworfen und dieses Eis ergoss sich zusammen mit dem Wasser und Gestein ins Tal. Unterwegs hat die Druckwelle alles mitgenommen, was sich auf dieser Bahn befand. Steine, Geröll, Gletschersand, fein gemahlen und schließlich auch die Bergsteiger, die sich allesamt im Abstieg befanden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eine entsetzliche Tragödie.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und doch, betrachtet man die Evolutionsentwicklung der Alpen insgesamt,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           dann war das nicht mehr als ein leiser Rülpser der Natur. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So viel wie 615 besetzte Reisebusse, hat jemand errechnet
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es wird schlimmer kommen, sagt Reinhold Messner. Er hat zweifelsfrei recht. Und dass es so schnell Fahrt aufnimmt, was da kommen wird, ist dem Klima geschuldet. „Der Papst und Reinhold Messner“, so war im „Spiegel“ zu lesen, „sehen im tödlichen Gletscherabbruch in den Dolomiten eine Folge der Klimakrise“. Sie stehen mit ihrer Meinung offenbar nicht allein da. Wir alle beobachten das seit Jahrzehnten. Am Kangchendzönga in Nepal, 1998 zusammen mit Hans Kammerlander, hatten wir jeden Tage derartige Lawinen und Eisbrüche. Wohl allesamt größer als dieses Ereignis nun. Auch am Everest 2001 habe ich praktisch jeden Tag Lawinen von wuchtigem Ausmaß fotografiert. Doch da waren eben nie Menschen in der Nähe. Bis zum dem Tag, an dem am 18. April 2014 unter der Westschulter des Everest ein Serac brach und 16 Klettersherpa nur noch tot aus den Spalten und Löchern geborgen werden konnten. Die Eismassen ließen den Menschen auch dort keine Chance. Eismassen, soviel wie 615 vollbesetzte Reisebusse, hat die National Geografic Society errechnen lassen. auch dieses Ereignis war unvorhersehbar. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie ein riesiges Maul
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nun blicken wir gleichermaßen erschüttert wie erstaunt in dieses riesige Loch im Gletscher der Marmolada. Man sieht es sogar vom Gipfel des Schwarzenstein in den Zillertaler Alpen mit bloßem Auge - in hundert Kilometern Entfernung. Es sieht aus, wie das aufgerissene Maul eines Haies. Dieses Loch wird bleiben. Wie ein eisiges Gedenken, wird es als Mahnmal selbst aus großer Entfernung lange so zu erkennen sein, wie es nun ist. Einer Wunde gleich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Zaungäste des Alpinismus sind ganz aufgeregt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Natürlich wurde auch jetzt wieder der Ruf laut, Berge müssten für Besteigungen gesperrt werden. Bestimme jedenfalls unbedingt. Groß ist die Aufgeregtheit bei all Jenen, die sonst nicht einmal Zaungäste sind im Alpinismus, die sich immer dann hervortun, wenn es bei der Formel 1 kracht oder eben in den Bergen ein epochales Ereignis eintritt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Selbstverständlich wird sich mit dem Klimawandel und mit weiteren solch folgenschweren Geschehnissen auch der Alpinismus wandeln. Doch die neuen Wege werden die Alpinisten sich schon selbst suchen. Die neue Generation, wird das Risiko und vor allem das Restrisiko neu bewerten. Das ist wohl auch notwendig. Die schneidende Diskussion dieser Tage ist es indes nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Leben ist lebensgefährlich
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Scharfe Grate, lotrecht Wände und eben auch die Gletscher sind das Faszinosum des Alpinisten. Manchmal, meistens sogar, ist das alles so ungefährlich, wie eine Straße, die man überquert. Manchmal jedoch ist das eine, wie das Andere potenziell gefährlich. Das Leben als solches ist lebensgefährlich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Reinhold Messner hat schon recht, wenn er sagt: Nicht vorhersehbar, auch nicht zehn Minuten vorher, aber nicht außergewöhnlich und es wird sich wiederholen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dort oben thront still und nun wieder schweigend die Marmolada – die ramponierte Königin.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/IMG_7278.jpg" length="228277" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Fri, 08 Jul 2022 10:25:42 GMT</pubDate>
      <author>s.redaktion@me.com (Walther Lücker)</author>
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    </item>
    <item>
      <title>Möchten Sie wissen, wie Google Zucker streut?</title>
      <link>https://www.text-foto.eu/möchten-sie-wissen-wie-google-tickt</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ernstes nicht ganz ernst genommen
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/1556961047.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wollen Sie wirklich wissen, wie Google funktioniert? Echt jetzt? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da müssten Sie halt noch ein wenig lesen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich will versuchen, Ihnen dieses doch komplexe Thema auf möglichst unterhaltsame Weise näher zu bringen. Sie glauben nicht, dass das geht?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe es versucht und mein Bestes gegeben. Entscheiden Sie einfach selbst. Ich hab das ein paar Freunde lesen lassen. Die fanden das alle cool. Aber es waren halt auch Freunde, die würden natürlich nicht sagen, das war Mist...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also, Google ist eigentlich nichts anderes als eine Zeitung. Ein mega-dickes, fettes Magazin. Ein gigantisches Nachschlagewerk. Es gibt praktisch nichts mehr, was man dort nicht finden kann. Es gibt da natürlich auch viel Schrott. Wie im richtigen Leben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           80 Prozent aller Wege ins Internet beginnen ihren ersten Schritt mit Google. Denn wenn jemand etwas in der virtuellen Welt sucht , dann wird er es mit Hilfe von Google finden. Ohne wohl eher nicht. Geniale Erfindung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Google ist ein wahrer Segen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wenn Sie ein
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unternehmen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            haben, wenn Sie
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dienstleistungen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            erbringen oder
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Handwerk
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            anbieten, im
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tourismus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            tätig sind oder wenn Sie etwas herstellen - einfach ausgedrückt, wenn Sie etwas verkaufen wollen, wenn Sie einen Weg suchen, wie man am besten an anderer Leute Geld kommt, dann ist Google ein wahrer Segen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich traue mich zu wetten, wenn Sie das Prinzip von Google verstanden haben, wenn Sie verinnerlicht haben, dass sich auf diesem gigantischen Marktplatz die ganze Welt trifft, dann werden Sie Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um Ihre "Ware" genau dort zu platzieren und zu präsentieren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie verkaufen Strickwaren? Rein damit ins Google!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie verkaufen Hotelbetten in Kramat-Neusiedel? Rein damit ins Google!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie sind Tischler? Ab zu Google, wenn Sie mit Gewinn tischlern wollen!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie haben tolle Sonnenbrillen? Bei Google positionieren!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie veranstalten einen Event? Hin zu Google, wenn die Bude voll werden soll!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ist echt der Hammer
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Verstehen Sie wie das läuft? Wenn Sie populär werden wollen, wenn Sie mehr Leuten zeigen wollen, was Sie machen, dann müssen Sie zu Google. Also Sie müssen Mist Ihrem Angebot ins Internet. Und dort über Google gefunden werden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn Sie Google anklicken und geben dort Walther Lücker ein, dann spuckt Google binnen 0,35 Sekunden aktuell 22.400 Ergebnisse aus. Cool oder? Sensationell könnte man auch sagen. In weniger als einer Sekunde hat Google die gesamte Welt des Internet nach meinem Namen durchforstet. Und Google hat gefunden. Ich bin echt berühmt. Finden Sie doch sicher auch. Hey 22.400 Einträge. Text, Fotos, Nachrichten, Zeitungsartikel, einfach alles. Das ist genial und richtig gut für's Ego. Also mir hat das schon gefallen, als ich das heute wieder gesehen habe.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ok, ich bin ehrlich. Nicht alle Einträge betreffen mich. Irgendwann steht da was über Menschen, die mal irgendwann etwas mit mir zu hatten oder die ich gar nicht kenne. Google kann auch nicht alles. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und uuuuuups, jetzt hab ich gerade Bill Gates eingegeben. Oh mein Gott. Der Mann spuckt 226.000.000 Ergebnisse aus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Immer ehrlich bleiben
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           All diese Beiträge sind in einer Reihenfolge angeordnet. Und zwar nach Relevanz. Nicht ich, sondern Google entscheidet, was über mich wichtig ist. Ganz allein Google. Mit einer gigantischen Maschinerie. Dahinter stecken Algorithmen. Das ist echt kompliziert und würde auch zu weit führen. Ok, ich bin wieder ehrlich. Ich hab's selber nicht kapiert.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tatsache aber ist, das Google bestimmt, was wichtig ist. Bei mir steht, glaube ich, an erster Stelle mein Wikipedia-Eintrag. Juchuiii, ich habe einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Ok, ich bin auch da ehrlich. Den hat mal vor vielen Jahren mein Verlag angelegt, als wir zusammen das erste Buch gemacht haben. Aber es ist schön, so einen Eintrag zu haben. Und er steht an erster Stelle, weil Google findet, dass dieser Eintrag im Zusammenhang mit mir als Person die höchste Relevanz hat. Dass liegt an den vielen Rückverlinkungen, sogenannte Backlinks, die Wikipedia hat.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kompliziert, ich weiß. Ist halt so. Wikipedia wird so oft benutzt und hat so viele Backlinks, dass Google gar nicht anders kann, als die Wiki-Einträge überall an Platz Eins zu setzen. Ist Ihnen nie aufgefallen, dass in unglaublich vielen Fällen zuerst Wikipedia erscheint, wenn Sie nach einen Sachbegriff suchen. Das Beste überhaupt wäre, Sie hätten mit Ihren Business einen Wiki-Eintrag. Dann wären Sie immer und überall bereits oben angekommen. Aber es bekommt halt nicht jeder einen Eintrag dort. Bedauerlich, aber halt auch eine Tatsache. Also bestimmt weiterhin Google, wo Sie landen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Clevere Burschen in Kalifornien
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber – Achtung, jetzt wird es spannend – man kann die Reihenfolge der Suchergebnisse beeinflussen. Google ändert zwar ständig die Modalitäten und man muss verdammt clever sein, um die Burschen in Mountain View, Kalifornien zu überlisten. Haben Sie gewusst, dass Google, eine der wertvollsten Marken der Welt, dort den Hauptsitz hat? Geben Sie es zu, haben Sie nicht. Ich auch nicht. Ich dachte in Palo Alto, nicht weit weg von Los Angeles, wo auch Apple sitzt. Ich habs auch grad eben gegoogelt! Mountain View, Bergblick, sicher sehr cool. So möchte ich auch arbeiten. Doch ich sitze halt mitten im Dorf von Sand in Taufers in Südtirol. Aber das ist auch sehr nett. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jedenfalls kann man da was machen. Mit der Reihenfolge der Auflistung. Lange Zeit lief das Spiel über Key-Words. Dann hieß das Ad-Words. Die musste man kaufen. Wieso ist Google so reich? Na klar, weil die so clever sind wie Sie und ich. Wir verkaufen ja auch was wir haben, was wir produzieren, was wir können. Das ist doch das Normalste der Welt. Schimpfen Sie nur ja nicht mit mir, wenn ich eines Tages etwas in Rechnung stelle. Tun Sie doch auch. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von Words und Ranglisten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also, Key-Words, Ad-Words. Google hat seine Algorithmus-Maschinen über eine Homepage laufen lassen und schwups wurden bestimmte Begriffe erkannt. Diese Begriffe hat Google dann gefrühstückt, verarbeitet und zum Mittagessen ausgespuckt, dass auf meiner Homepage ziemlich exponiert in einer Überschrift steht "Text in Südtirol" (Sie erinnern sich, das ist der Schmäh von weiter oben). Aha, sagt Google sich, da bietet eine Internet-Seite "Text" an. Und das auch noch in "Südtirol". Schön. Setzen wir ziemlich weit rauf, sagt Google am Nachmittag. Und am Abend stehe ich auf Rang Eins in der Liste. Aber nur wenn jemand nach "Text in Südtirol" sucht. Schreibt man nur "Text" oder nur "Südtirol" kommt da ganz was anderes raus. Logisch, oder? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bis der Ball platzt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Soweit, so gut. Oder schlecht. Denn meine Freunde bei den großen Agenturen auf der ganzen Welt haben mit diesen "Words" ein Fass aufgemacht, bis es übergelaufen ist. So wie der Weltfußballverband FIFA den Ball irgendwann so fest aufgepumpt haben wird, dass er platzt. Was der Ball der FIFA mit dem Thema zu tun hat? Nichts. Ist aber gut für Google, weil FIFA ein verdammt guter Suchbegriff ist. Noch besser als Kronplatz und Pian de Corones". Das erkläre ich Ihnen gleich näher. Das mit dem Ball aufpumpen hab ich 1994 mal in einem Kommentar zur FIFA-Fußball-Weltmeistgerschaft in den USA für eine wirklich große Zeitung geschrieben. Könnte also auch gut für die Suchmaschine sein, dass das hier steht. Wahrscheinlich. Vielleicht. Oder auch nicht. Man kann ja mal probieren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Words aus Key und Ad wurden solange und inflationär verwendet, bis auf meiner Homepage plötzlich stand "Text in Südtirol", "Text für Homepage Südtirol", "Text im Pustertal", "Text auf dem Kronplatz". Das ist natürlich Blödsinn. Das stand so nie auf meiner Homepage. So hätte ich ganz bestimmt nie meine Überschriften geschrieben. Nicht so. Nicht in der Penetranz. Aber viele Agenturen haben das so gemacht. Immer reichlich Words reingeknallt. Und Text in Verbindung mit "Kronplatz" macht sich sowie gut. Weil halt "Kronplatz", einer der meist-gegoogleten Begriffe Italiens ist. Also da heißt das dann natürlich "Pian de Corones". Wussten Sie das? Dass das so oft gegoogelt wird? Ist so. Glauben Sie mir. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Plötzlich stand jedes dritte Hotel in Südtirol in der Nähe vom Kronplatz. Alle haben sie sich da angeschmiegt. Und wenn sie fünfzig Kilometer weit weg ihre Zimmer anboten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bitte nicht nerven und langweilen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das hat Google genervt. Die sind ja nicht doof. Auch wenn das viele Agenturen immer noch nicht wahr haben wollen. Key-Words, Ad-Words und gute Titel machen sich immer noch gut. Keine Frage. Enorm wichtig. Aber sie müssen halt auch stimmen. Und sich nicht mit der Monotonie einer schleudernden Waschmaschine bis zum Drehwurm wiederholen. Key-Words sind wichtig. Denn man muss schon klar benennen, was man zu bieten hat. Vor allem wenn man gefunden werden will, in der riesigen Welt des Internets. Aber man sollte die Jungs in Kalifornien nicht auf den Arm nehmen oder sie mit ständigen Wiederholungen langweilen. Die merken das.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Google lässt sich also längst nicht mehr alles gefallen. Hallo, die wollen v e r k a u f e n!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jetzt kommen Sie ins Spiel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nun nehmen wir einmal an, Sie sind ein Unternehmer. Sie backen, kreieren und verkaufen Kuchen. In einem netten Geschäft und mit einer ebenso netten Kundschaft. Doch es wäre ja schön, wenn das Kuchen-Geschäft noch ein bisschen angekurbelt würde. Wenn Sie ein bisschen mehr verkaufen könnten. Es wäre auch kein Problem, noch mehr Kuchen zu backen. Doch es wissen einfach nicht genug Menschen, dass Sie so guten Kuchen haben. Sie würden das gern bekannt machen. Aber wie?
             &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Genau. Ganz genau so, wie es oben steht. Man muss die Sache bewerben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hm, denken Sie, man müsste mit dem Kuchen in die Zeitung. Die schreiben ja auch sonst über alles. Ok, wo ist die Nummer? Die von der Zeitung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin selbst mal so einer gewesen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jetzt kommen wir wieder auf die Zeitung zurück. Wenn Sie nun, ganz gleich, ob bei der Frankfurter Allgemeinen, der New York Times, der Gazetta della Sport, bei der ff oder den Dolomiten oder bei Ihrem Gemeindeblatt anrufen und fragen, ob sie dort wohl einen Artikel über Ihren Kuchen schreiben möchten, dann werden die Redakteure vielleicht zuhören - wenn sie freundliche Redakteure sind und nicht gerade genervt. Ich kenn mich da aus. Ich bin selbst Redakteur und war zwei Jahrzehnte bei einer wirklich ganz großen Zeitung in Deutschland beschäftigt. Meine Kollegen werden Sie also fragen, was besonderes an dem Kuchen ist. Und Sie werden sicherlich wahrheitsgemäß sagen, dass er halt gut ist, der Kuchen, und dass Sie ihn verkaufen in Ihrem tollen Geschäft. Ich hoffe, Sie haben ein tolles Geschäft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/1556961627.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sind Sie irre?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Spätestens dann ist es vorbei mit der Freundlichkeit. Wenn der Redakteur nicht fragt, ob Sie vollkommen irre sind – denn immerhin brütet er gerade über einem Artikel über die eierlegende Wollmilchsau, und dass die jetzt wirklich mal einer gesehen hat –, wenn er also nicht schreit, so wird er Sie sehr verbindlich darauf hinweisen, dass das kein Thema für ihn sei, und dass er Sie gern an die Anzeigen-Abteilung weiter verbindet. Klick, weg ist er. Denn so schlau ist der Redakteur. Er interessiert sich nicht die Bohne für Ihren Kuchen, aber er weiß, dass in der Anzeigen-Abteilung sein Gehalt verdient wird. Und deshalb wimmeln Sie die Redakteure bei der Frankfurter Allgemeinen, der New York Times, der Gazetta della Sport, bei der ff oder den Dolomiten Sie auch noch gleich  ab. Die werden sie weiter verbinden. Dann haben Sie plötzlich die Anzeigenabteilung dran. Und die sind wirklich sehr, sehr freundlich. Die sagen alle unisono: Sie können ganz gern bei uns inserieren. Wir haben da wirklich tolle Anzeigenangebote. Schalten Sie eine Anzeige und Sie werden Kuchen verkaufen, dass Sie ihre Backstube vergrößern müssen. Das alles werden die sagen. Garantiert. Ich wette darauf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So einfach funktioniert das bei den Printmedien. Wer kommerziell ist und da rein will, muss zahlen. Basta. Versuchen Sie es, wenn Sie mir schon wieder nicht glauben wollen. Ich bin sicher, Sie kommen mit angelegten Ohren und von einem Redakteur angeschrieen zu mir zurück. So sind die Zeitungen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nicht clever. Logisch!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und Google ist genauso. Das ist nicht clever, das ist logisch. Sie mit Ihrem Hammer-Kuchen wollen verkaufen und mehr Gewinn machen. Die bei Google wollen verkaufen und auch mehr Gewinn mit ihrem Algorithmus machen. Eine klassische Win-win-Situation also.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und weil sich nun die Anzeigenpreise nach der Auflage einer Publikation rechnen und sich diese Preise deshalb gut argumentieren lassen nach dem Motto, hey, wir kennen viele Leute, die vielleicht deinen Kuchen kaufen, wenn du bei uns inserierst, genau deshalb hat Google einen schier unglaublichen Wettbewerbsvorteil. Denn kein anderes Medien der Welt kennt so viele Leute wie Google. Niemand sonst streut deine Anzeige mit dem Kuchen so gut wie Google. Das ist wie Kuchen mit Sahne. Einfach klasse. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Blutspur des Geldes
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            So, und jetzt sind wir am Punkt. Wenn Google erkennt, dass Sie auf Ihrer Homepage etwas verkaufen wollen, dann schnuppern die. Die nehmen die Fährte auf und dann verfolgen sie die Blutspur Ihres Geldes. Die wollen mit aller Macht, dass Sie Anzeigen bei Google schalten. Und wenn da fünf Andere sind, die in Ihrer Nähe auch Kuchen verkaufen und die alle richtig Kohle bei Google für Anzeigen ausgeben, dann werden Ihren lieben Mitbewerber mit einer tollen Homepage auf dieser Google-Suchergebnis-Seite natürlich immer oben und ständig vor Ihnen erscheinen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ganz schlimm ist das, wenn Sie mit Ihrem Kuchen nicht mal unter den ersten Zehn und deswegen erst auf der zweiten Seite mit den Suchergebnissen gelistet sind. Denn, auch sehr clever, mehr als zehn Ergebnisse passen auf so eine Google-Seite nicht drauf. Das ist echt übel, denn kein Mensch klickt weiter auf die zweite Seite. Ich jedenfalls nicht. Und Sie auch nicht. Seien Sie ehrlich. Bitter, aber das ist die Realität. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mist! Und jetzt?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie kommen wir mit unserem Kuchen in die Frankfurter Allgemeine, die New York Times, die Gazetta della Sport, in die ff oder in die Dolomiten? Oder in Google wenigstens unter die ersten Zehn? Wie kommen Sie mitsamt Ihrem wirklich mega-guten Kuchen an dem unfreundlichen Redakteur oder dem verdammten Algorithmus von Google vorbei?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie müssen Besonders werden
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das geht. Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber das geht. Wahrscheinlich nicht sofort, aber es funktioniert. Achtung: Sie müssen relevant werden! Das ist die Zauberformel. "Relevanz". Wenn Sie dem Redakteur verklickern können, das Ihr Kuchen etwas derart Besonderes ist, etwas, das es so auf der ganzen Welt nicht gibt, wenn sie dem das Rezept sagen und da - einzigartig - nur Bio-Zutaten drin sind, wenn das der erste Kuchen überhaupt ist, der nicht mehr gebacken werden muss... Egal, es muss nur wirklich interessant sein, dann kommt der Redakteur nicht an ihnen vorbei. Und das zieht Kreise!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stellen Sie sich mal vor, da steht in der Frankfurter Allgemeinen, dass Sie einen Kuchen erfunden haben, den man nicht mehr backen muss. Einmalig auf der Welt. Und wehe, in der New York Times steht das nicht. Der Redakteur, der das verpennt hat, muss am nächsten Tag zu seinem Chefredakteur und bekommt richtig die Haare gewaschen. Oder sagt man, den Kopf gewaschen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wer beißt hier wen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wissen Sie was keine Nachricht ist? "Hund beißt Mann" - es gehört zur klassischen Journalisten-Ausbildung, dass das sicher keine Meldung wert ist. Aber: "Mann beißt Hund". Da wird es interessant. Warum? Na, weil das relevant ist. Das ist nicht normal, das ist außergewöhnlich. Ein Mann beißt einen Hund. Da werden die Leser Augen machen. Da wird man sich wundern. Da freut sich der Redakteur, dass er die Story hat. Und der Chefredakteur freut sich auch. Denn dem macht es nicht wirklich Spass, seinen Leuten ständig den Kopf waschen zu müssen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nicht Alligator, Algorithmus heißt das Ding
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Selbstversuch. Lassen Sie uns zusammen eine Homepage machen, die davon handelt, wie Mann Hund gebissen hat. Wieviele Fälle es gibt? Wie hoch ist die Dunkelziffer? Mit welchen Strafen muss man rechnen, wenn man so etwas tut, einen Hund beißt? Wie funktioniert das überhaupt, das man einen Hund beißt, ohne dass Hund zurück beißt. Lassen Sie uns zusammen eine sogenannte relevante Seite machen. Und ich garantiere Ihnen, wir sind über Nacht auf Rang Eins des Google Rankings. Und wir werden lange dort bleiben. Bis einer Anderer kommt und das Thema noch besser, noch relevanter veröffentlicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erkennen, was relevant ist
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So funktioniert das inzwischen bei Google. Der Algorithmus erkennt, was relevant ist. So wie sie mir damals bei meiner Ausbildung zum Redakteur beigebracht haben, zu unterscheiden, was wichtig ist und was nicht. Damit ich nicht ständig über beißende Hunde schreiben will. Keine Ahnung wie der verdammte Automat von Google das macht, aber er kann es. Der findet raus, ob Sie zurecht den Begriff "Kronplatz" verwenden oder nicht,. Ob Ihr Tourismusbetrieb wirklich dort in der Nähe oder meilenweit entfernt steht. Und ob Sie Google mit der Verwendung von "Kronplatz" nur täuschen und an der Nase herumführen wollen. Google wird da inzwischen richtig sauer, wenn Sie es versuchen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oh je...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viele Agenturen verkaufen immer noch weiter Ihre alten Konzepte mit ständigen Wiederholungen von Begriffen in Überschriften. Schauen Sie sich mal eine paar Homepages an. "Ihr Hotel in Südtirol", "Ein Familienhotel in Südtirol", das "Bike-Hotel in Südtirol", "Wellness-Hotel in Südtirol". Wieder und wieder. Einen Klick weiter, selbe Homepage: "Urlaub in Südtirol", "Familienurlaub in Südtirol", "Mountainbike Touren in Südtirol", "Ihr Wellness Urlaub in Südtirol".
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hilfe, ich verkaufe keine Hotelbetten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich muss aufhören damit, sonst kickt mich Google noch ins Nirwana, weil die glauben, ich will Hotelbetten verkaufen. Das kann Google noch nicht ganz so gut. Nämlich unterscheiden, ob ich wirklich echt bin oder nicht. Aber die sind dran, in Kalifornien, wo immerzu die Sonne scheint, und sie im Internet fast alles zustande bringen, mit Ihrer Google-Maschinerie. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn Sie also auf Ihrer Homepage beispielsweise erklären, wie Sie ihren Kuchen machen, oder dass man den nicht backen muss, dann sind Sie einen entscheidenden Schritt weiter. Dann findet Google Sie nämlich interessant, weil Sie etwas erklären. Weil Sie erklären, wie etwas funktioniert, wie man etwas macht, wie Sie es machen. Mehr noch, Google liebt das. Und wird Sie aus der Masse heraus heben. Hinauf in den siebten Google-Himmel. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das kostet nicht mal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Witzige dabei, Sie müssen dafür nicht an Google bezahlen. Keine Anzeige schalten, keine Adwords kaufen. Gar nichts. Sie sind einfach nur relevant. Es ist wertvoll, was Sie da zu berichten haben. Es ist vielleicht sogar wichtig. Muss es aber nicht unbedingt. Wenn es interessant ist, genügt das schon. Sie schaffen es, dass andere Menschen sich für das interessieren. Das ist entscheidend.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/1556960488.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      
           Das hier ist echt überragend
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jetzt zeige ich Ihnen noch was. Geben Sie mal im Internet ein "
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.google.com/search?client=safari&amp;amp;rls=en&amp;amp;ei=YzXMXOqkN4PJwAKjlY_ACQ&amp;amp;q=wenn+in+China+ein+Sack+Reis+umf%C3%A4llt&amp;amp;oq=wenn+in+China+ein+Sack+Reis+umf%C3%A4llt&amp;amp;gs_l=psy-ab.12..0l2j0i5i30.118942.119091..122542...0.0..0.1991.3069.7-1j1......0....1..gws-wiz.......0i71.sVdZqGpQNe8" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           wenn in China ein Sack Reis umfällt
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ". Los machen Sie schon. Ich hab es Ihnen ja sogar hier verlinkt. Wahnsinn, oder. In 0,39 Sekunden 25.200 Ergebnisse. Das ist echt relevant. Und angeblich interessiert es ja gar niemanden, wenn dort ein Sack umkippt. Aber es ist offenbar so wichtig, dass Google da richtig aktiv geworden ist. Himmlisch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wer ist der Sieger?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und was steht natürlich an Platz Eins der Siegerliste? Ja natürlich, Wikipedia mit der wunderbaren Erklärung: "Die Redewendung „In China (oder Peking) ist ein Sack Reis (oder Fahrrad) umgefallen“ ist eine umgangssprachliche Metapher für ein unwichtiges Ereignis. Mit dieser abfällig-scherzhaft verwendeten Floskel drückt der Sprecher sein Desinteresse aus oder signalisiert die von ihm empfundene Bedeutungslosigkeit eines Themas."
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ende des Zitats. Hat man da noch Worte? Nein. Hat man nicht. Aber so funktioniert die Geschichte. Ich wiederhole es nochmal. Sie müssen mit Ihrem Kuchen relevant werden. So interessant, dass Google keine Chance mehr hat, Sie zu ignorieren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vorüber die guten Zeiten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Allein zu sagen, hey Leute, ich verkaufe Kuchen - die Zeiten sind im Internet und vor allem bei Google ein für allemal vorbei. Sie müssen einen interessanten Kuchen haben, und Sie müssen das deutlich sagen. Dann sind Sie bei den Siegern in diesem ungleichen Spiel. Sie müssen clever werden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hey, das ist doch klasse
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn Sie beispielsweise ein Hotel im Südtiroler Pustertal hätten, wenn Sie also keinen Kuchen verkaufen wollten, sondern Betten. Ich weiß, der Gedanke ist Ihnen unvorstellbar, aber mal angenommen. Jetzt seien Sie nicht so. Hotelier im Pustertal zu sein, ist echt Klasse. Weil es dort unglaublich viele Dinge gibt, die man mit den Hotelbetten zusammen verkaufen kann... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Merken Sie schon, worauf das hinaus läuft? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn Sie also eine Homepage machen und potentiellen Gästen darauf mitteilen, dass Sie Hotelbetten verkaufen und einen netten Urlaub, dann muss, wirklich, dann MUSS es Ihr Ziel sein, dass auch Google begreiflich zu machen. Google muss sich Ihrer annehmen und Sie möglichst freundlich behandeln. Sonst wird in Hamburg, München, Paris und Madrid nie jemand erfahren, dass Sie ein Hotel mit vielen Betten und mega-tollen Matratzen haben. Sie müssen aber auf den Markt, denn sonst verkaufen Sie gar nix. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mitten im Haifischbecken
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie haben also ein Hotel. Sie haben Betten. Sie haben ein preisgünstiges, interessantes Angebot. Das ist wichtig. Das ist schön. Aber das ist nicht relevant. Denn das haben viele andere Hoteliers im Pustertal auch. Und sie fischen alle im selben Teich. Und Sie selbst sind mitten unter diesen Haien in dem großen Becken. Nur wenn Sie ein besonderer Hai sind, wenn Sie anders aussehen, wenn Sie sich unterscheiden, wenn Sie aus der Menge herausragen, dann wird Herr und Frau Gast sagen, schau mal, das ist ein prächtiger Hai. Von dem lassen wir uns fressen. Gut, ok, ganz so martialisch ist das Geschäft mit den Betten auch nicht. Aber so ungefähr. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir machen Sie relevant
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So. Jetzt machen wir Sie relevant. Wenn Sie irgendwo eine Geschichte platzieren, wenn Sie eine richtige gute, eine echt geile, spannende, interessante und vor allem gut geschriebene Geschichte auf Ihrer Seite platzieren, dann wir ein Wunder geschehen. Der Algorithmus wird das erkennen. Ups, wird er sagen, da steht aber etwas Besonderes. Er wird die Betten sehen und auch diese tolle Geschichte auf ihrer Seite. Ein relevantes Thema.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Google liebt Sie - endlich
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und ganz genau das wird Google belohnen. Der Algorithmus wird sagen: Das ist nicht Hund beißt Mann. Das ist Mann beißt Hund. Das haben die Anderen nicht. Google liebt Sie plötzlich. Sie und Ihre Betten, Ihr Pustertal, Ihre Geschichte. Oder Ihren Kuchen, den man nicht backen muss. Oder Ihre krummen Gurken und das lustige Gemüse. Die Story muss passen. Das ist alles. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Google will, das dort, in diesen diesen unendlichen Weiten, endlich wieder gute Geschichten erzählt werden und tolle Bilder in Kombination dazu gezeigt werden. Nicht immer der gleiche Schrott. Alle machen dasselbe. Weil es bis gestern halt auch mit Schrott funktioniert hat. Google will die Welt ein bisschen schöner machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sage es immer wieder, es ist der Slogan meiner Homepage: Die Welt liebt gute Geschichten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Geben Sie es doch zu: Hören Sie beim Kaffeetrinken einem Langweiler zu oder lieber dem Nachbarn neben Ihnen, der in fünf Minuten eine wirklich gute und interessante Geschichte erzählt, die auch noch stimmt...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So funktioniert Google. So wird Ihre Homepage funktionieren. Sie brauchen gute Geschichten, gutes Storytelling. Und Sie werden vielleicht bald auch jemanden brauchen, der Sie in dem Bestreben unterstützt, eine gute Geschichte zu veröffentlichen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich bin dann für Sie da. Versprochen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Walther Lücker
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           im Mai 2019 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/1556961627.jpg" length="100807" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Tue, 13 Jul 2021 11:47:56 GMT</pubDate>
      <author>s.redaktion@me.com (Walther Lücker)</author>
      <guid>https://www.text-foto.eu/möchten-sie-wissen-wie-google-tickt</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Das Ding mit dem Kammerlander Hans und mir</title>
      <link>https://www.text-foto.eu/das-ding-mit-dem-kammerlander-hans</link>
      <description>1997 trafen sich der Extrem-Bergsteiger Hans Kammerlander und der Journalist Walther Lücker in Südtirol und verabredeten eine gemeinsame Expedition zum Kangchendzönga, dem dritthöchsten Berg der Erde, an der Grenze zwischen Nepal und dem indischen Bundesstaat Sikkim. Im Verlaufe dieser Expedition recherchierte und schrieb Walther Lücker die ersten drei Kapitel von Kammerlander späterem Bestseller "Bergsüchtig".</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Alles begann mit einem harmlosen Anruf – doch er sollte Folgen haben
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/1551436243.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eigentlich war ich nie ein Buchautor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich wurde zum Journalisten für Tageszeitungen ausgebildet. Das war viele Jahre mein Leben. Dinge geschehen, Dinge werden veröffentlicht. Weil sie relevant sind, weil sie von Interesse sind, weil Menschen sie wissen sollten. Vormittags sind die Schreibtische und Köpfe leer. Nachmittags ist beides voll. Und dann erscheint die Zeitung. So wird das gemacht. Wenn Andere die Zeitung lesen, machen wir bereits eine neue. Mit leeren Schreibtischen und leeren Köpfen. So geht das. Tagein, Tagaus. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist bisweilen eine bittere Erkenntnis, dass eigentlich alles, was Journalisten von Tageszeitungen aus Buchstaben zu Worten und aus Worten zu Sätzen und aus Sätzen zu Artikeln, Reportagen, Kommentaren und Dossiers aneinanderreihen, eigentlich nur erschaffen wird, damit es postwendend den Weg in den Papiermüll findet. Das ist jedoch nur vorübergehend bitter. Gerettet hat mich dabei die Überzeugung, dass vielleicht das Eine oder Andere in den Köpfen derer bleibt, die gelesen haben, war wir Journalisten so zum Lesen vorsetzen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Journalisten sollten Plattitüden meiden. Und doch: Ich muss sagen, ich kam zum Buchschreiben wie die Jungfrau zum Kind. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weil das so ist, wurde daraus die spannendste Geschichte meines Lebens...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Everest_001_4.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da saßen vier Typen an einem Tisch und tranken Bier
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1998, im Januar, ich lebte damals schon seit einigen Jahren in Salzburg, erhielt ich in der Text-Werkstatt unseres Redaktionsbüros einen Anruf. Der Dialog war auf gewisse Weise entzückend. Was sich daraus entwickelte, veränderte mein Leben nachhaltig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Hallo, da ist der Hans. Der Kammerlander Hans."
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Ja grüß dich. Alles gut bei dir?"
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hans Kammerlander und ich kannten uns von ein paar wenigen Begegnungen auf Sportartikel-Messen und ein paar kurzen Interviews, die ich mit ihm für das deutsche "Alpin Magazin" geführt hatte. Ich wusste sicherlich mehr über ihn, als er über mich. Ich kann mich allerdings noch genau an den Tag erinnern, als ich ihn zum ersten Mal überhaupt gesehen habe. Ich weiß nicht mehr das Jahr. Der Rest ist mir unvergesslich. An einem warmen Herbsttag im September kam ich vom Klettern am Sella-Stock in Südtirol zurück zum Grödner Joch. Dort stand unser Auto. Direkt neben dem altehrwürdigen Hospiz. Ein recht nettes Gasthaus direkt am Pass, mit ein paar Zimmern, einer eher langweiligen Küche und immer vollen Fässern mit köstlichen Getränken. Dass reichlich Bier den Menschen in rauschartige Zustände versetzt, war damals noch nicht ganz so sehr von Belang und folgenschwer, was vor allem auf die Gesetzeslage zurück zu führen war. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jedenfalls hatte allein der Gedanke an dieses schäumende Etwas geradezu magische Anziehungskraft. Sie ging von diesem Hospiz aus. Dort gab es einen Tresen, dann einen Durchgang und dort wiederum viele Tische und Stühle. Wer es eilig hatte, an das süffige Getränk zu kommen, mied Tische und Stühle. Man blieb gleich am Tresen sehen. Die Wirtin war damals eine resolute, durchaus ansprechende Ladinerin, die sich indes nichts gefallen lies. Zumindest nicht von jedem. Wir bestellten also Bier. Möglichst groß. Und möglichst schnell. Während wir warteten, sah ich mich in dem Schankraum um. Am einzigen Tisch dort, saßen ein paar wirklich verwegene Gesellen. Kletterer, keine Frage. Und welche von der ganz scharfen Richtung. Denn als ich die Ohren spitzte, drang die ganz große Musik zu mir, die die Namen bekannter Routen in den Dolomiten komponiert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schließlich betrachtete ich die Gesichter näher. Aber dann. Ich fühlte mich, als hätte ich einen Stecken verschluckt. Mein Kreuz wurde plötzlich ganz steif und ich schien in Ehrfurcht zu erstarren. Dort saßen, in bester Laune und braun gebrannt vom langen Sommer und den Wänden der Dolomiten, Oswald Satin, Friedl Mutschlechner, Hans-Peter Eisendle – und Hans Kammerlander. Die anderen kannte ich nicht. Santin und Eisendle waren mir von Erzählungen ein Begriff, Mutschlechner und Kammerlander jedoch mehr, weil sie die Expeditionspartner von Reinhold Messner waren. Da saß die Creme de la Creme der Südtiroler Alpin-Szene. Und ich stand ihnen gegenüber und trank Bier. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Journalisten haben an und für sich keine Berührungsängste vor bekannten Persönlichkeiten. Für mich war das Gefühl von Berührungsängsten überhaupt ein Fremdwort. Mein Job brachte es praktisch täglich mit sich, dass ich mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – Sportler, Politiker, Prominenten – umgehen musste. Doch dort am Grödner Joch erstarrte ich damals wohl zur Salzsäure. Es hätte wahrscheinlich nicht viel gefehlt und ich hätte zumindest Hans Kammerlander um ein Autogramm gebeten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zum Glück tat ich es nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Hans_Kammerlander_00711.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Großartig die Idee, kühn der Plan
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Jahre später dann der Dialog jenes Telefonates zwischen Salzburg und Südtirol.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Ja, alles klar bei mir. Bei dir auch?"
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Logisch. Was gibts Neues?"
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die dämlichste aller Journalisten-Fragen. Darauf bekommt man unter Garantie kein verwertbare und somit zitierfähige Antwort.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Hast du einen gewaltigen Stress?", fragte Hans und umging zielstrebig mein Geplappere.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich konnte es natürlich nicht lassen. "Stress hat doch nur, wer überfordert ist", antwortet ich. Hans lachte, das nicht vorhandene Eis war gebrochen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Wenn du Zeit hast, muss ich was mit dir reden". Und er sprach sofort weiter: "Kannst du mich unter Umständen drei Monate auf eine große Expedition begleiten?"
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich saß da in meinem Mini-Büro in Elsbethen-Glasenbach, vor den Toren Salzburgs und es hatte mir die Sprache verschlagen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Was soll ich?", fragte ich. Wohl um Zeit zu gewinnen, den ich hatte sehr genau verstanden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Komm nach Südtirol und dann erklär ich dir alles", sagte Hans. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwei Tage später steckten wir in Sand in Taufers im Hinterzimmer des damals noch großartigen und längst abgerissenen Gasthaus Sonne die Köpfe zusammen. Hans Kammerlander eröffnete mir, dass er im Frühjahr 1998 eine große Expedition geplant habe, die er selbst als "Achttausender-Trilogie" bezeichnete. Seinem Plan zufolge, hatte er vor, zunächst in Nepal den Kangchendzönga, den dritthöchsten Berg der Erde, dann den Manaslu, einen der "kleineren" Achttausender an dem Kammerlander bester Freund, Friedl Mutschlechner sieben Jahre zuvor tödlich verunglückt war, und schließlich im pakistanischen Karakoram den K2, den Berg aller Berge hintereinander besteigen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein kühner Plan. Das hatte zuvor noch niemand versucht. Doch mir drängte sich inzwischen seit zwei Tagen zunehmend die Frage auf, was ich dabei zu suchen hätte?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Erklärung erhielt ich nun.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Hans_Kammerlander_00971.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Nein". "Ja". "Ja, natürlich"...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Immer wieder fragen mich Leute bei meinen Vorträgen, ob ich ein neues Buch dabei hätte. Und jetzt habe ich beschlossen, ein neues Buch muss her. Genug Geschichten gibt es. Ich ich möchte gern, dass du sie aufschreibst. Ich erzähl dir, und du schreibst das alles so, dass man es lesen kann. Wenn du Interesse hast". Ich schwieg. In meinem Kopf jagten die Gedanken. Unglaublich. Unfassbar. Ich? Wieso ich? Und ausgerechnet der Kammerlander. Für niemanden würde ich ein Buch schreiben. Vielleicht über Jemanden. Aber nicht für Jemanden. Für Kammerlander schon. Für ihn würde ich es tun. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und dann dachte ich an jenen Tag am Grödner Joch. Wie diese Typen – bärtige, verschwitzte Kerle, zu allem fähig, in der Lage, jede Wand hinauf zu steigen – damals an diesem Tisch saßen und über Routen und Steinschlag, über ihren Job als Bergführer, über Mädels und über die größten Feten aller Zeiten schwadronierten. Wie sie lachten und ihren Spaß hatten. Wie Friedl Mutschlechner ein Lied anstimmte und die schneidige Wirtin über das ganze Gesicht strahlte. Zu schade, dass wir damals einfach gingen, ohne dass ich die einmalige Chance wahrgenommen hätte, mich einfach an diesen Tisch zu sitzen und mit zu feiern. Ein Jahr später, wenn ich mich recht erinnere, starb Friedl Mutschlechner, von einem Blitz erschlagen, bei der tragischen Manaslu-Expedition von Hans Kammerlander.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Nein". "Ja". "Ja, natürlich". Wir mussten beide lachen. Die Sache war ja auch verwirrend. Ich sagte zu. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nur etwas mehr als drei Monate später trafen wir uns in München am Flughafen. Eine viertel Tonne Expeditionsgepäck checkten wir ein und 12 Stunden später landeten wir in Kathmandu. Hans Kammerlander hatte eine Reportage über die Trekkingroute an der Annapurna von mir gelesen. Die hatte wohl den Ausschlag gegeben, warum er ausgerechnet mich ausgesucht hatte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/1551436243-4d60843c.jpg" length="597087" type="image/png" />
      <pubDate>Tue, 09 Mar 2021 13:57:35 GMT</pubDate>
      <author>s.redaktion@me.com (Walther Lücker)</author>
      <guid>https://www.text-foto.eu/das-ding-mit-dem-kammerlander-hans</guid>
      <g-custom:tags type="string">Bergsteigen,Bergsüchtig,Buch,Walther Lücker,Achttausender,Hans Kammerlander,Nepal</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/1551436243-4d60843c.jpg">
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Wie groß ist das Ausmaß?</title>
      <link>https://www.text-foto.eu/erdbeben-in-nepal-7-8-auf-der-skala</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Erdbeben in Nepal: 7,8 auf der Skala
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Nepal_2015_04Mai2015_0371.jpg" alt="Ein sehr altes Steingebäude mit einem Berg im Hintergrund"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Tja, was soll ich jetzt noch sagen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es ist diese Sache mit dem Schutzengel. Eine Teilnehmerin unserer Trekkingreise unter dem Mount Everest hat eine starke, wirklich schlimme Augenentzüdung und wir haben heute Morgen beschlossen, sie zum Arzt zu bringen. Der ordiniert im Rahmen eines internationalen Himalaja-Hilfsprojektes in Pheriche. Das ist kaum drei Kilometer Luftlinie und etwa 45 Gehminuten von Dingboche weg. Dort sind wir tags zuvor am Nachmittag angekommen. Eigentlich wollten wir alle zusammen dorthin gehen. Ich habe einen guten Bekannten in Perhiche, den ich seit vielen Jahren kenne und in dessen Lodge wir meist wohnen. In diesem Jahr haben wir unseren Plan geändert und haben einen Teil des Akklimatisierungsprogrammes nach Dingboche verlegt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mein Plan war, wir bringen die Teilnehmerin zum Arzt, lassen sie anschauen und gehen dann in der Himalaja-Lodge in Pheriche etwas essen und spazieren zusammen zurück. Inzwischen die beiden Teilnehmerinnen, Rai PD, mein guter alter Freund längst wieder hier. Ich habe derweil meine Sachen geordnet und die nächsten Tage in dieser so zauberhaften Gegend vorbereitet.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dann das: Nun steht in Periche offenbar kaum mehr ein Haus. Die Himalayan-Lodge dort ist eingestürzt und wir hatten Glück, dass wir nicht dort gewesen sind, als in Nepal die Erde mit einer Stärke von 7,8 auf der Richter-Skala bebte. In dieser Lodge ist das Dach eingestürzt und ein Teil der Mauern umgekippt. Wir sind in Dingboche. Verschreckt zwar, aber vollkommen unversehrt. Mit all den vielen Dorfbewohnern und einigen Trekking-Gästen verfolgen wir, was gerade geschieht. Von überall her in der Himalajaregion und vor allem auch aus Kathmandu kommen nun immer neue Schreckensnachrichten. Wenn hier etwas funktioniert, dann ist es die Verbreitung von Nachrichten. Natürlich mag man nicht beurteilen ob und wie seriös all diese Meldungen sind.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Doch: Die "Himalajan-Lodge" in Pheriche machte stets einen soliden Eindruck, auch und gerade, was den Baustil betraf. Ich vermag mir nicht vorzustellen, was in anderen, weniger "modernen" Orten Nepals geschehen sein mag, wenn schon diese Lodge eingestützt ist. Eben diese Situationen betreffen die eingehenden Nachrichten... 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich denke, das Ausmass dessen, was hier geschehen ist, lässt sich zur Stunde wirklich nicht einmal erahnen, geschweige denn ermessen...
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 25 Jun 2015 14:37:45 GMT</pubDate>
      <author>s.redaktion@me.com (Walther Lücker)</author>
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      </media:content>
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    </item>
    <item>
      <title>Die Gesichter Nepals</title>
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      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    
          Ein Mann, ein See, Inder und Chinesen, Nächte im Freien und ein Swimmingpool
         &#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Nepal_2015_11Mai2015_0022.jpg" alt="Stupa von Bodnath, Kathmandu, Nepal, 2015" title="Stupa von Bodnath, Kathmandu, Nepal, 2015"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;b&gt;&#xD;
    
          09. Mai 2015
         &#xD;
  &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ja, wir sind gestern (Freitag) wohlbehalten nach Kathmandu zurück gekehrt. In die Stadt, in der vor über drei Wochen alles begann und in der nun nichts mehr so ist, wie es war, bevor wir nach Lukla und ins Khumbu-Tal geflogen sind, bevor auch wir von diesem wuchtigen Beben und seinen mächtigen Auswirkungen überrascht und schockiert wurden. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Doch: Ist das wirklich so? Ist hier wirklich nichts mehr so, wie es gewesen ist? Vieles von dem, was ich in den vergangenen 24 Stunden in Nepals Hauptstadt gesehen habe, vermittelt fast den Eindruck, als habe es hier nicht ein Erdbeben, als habe es hier nie dieses Desaster gegeben. In Thamel, dem touristischen Zentrum der Millionen-Metropole haben ein paar Häuser Risse, an manchen Stellen ist eine Mauer eingestürzt. Doch das Leben dort geht fast seinen gewohnten Gang. Das übliche Chaos. Verwickelte Stränge aus Kabeln über den Köpfen und unten wird um jede Rupie gefeilscht. Steinhaufen, aufgerissene Straßen, Baustellen, bei denen keine Bewegung zu sein scheint – all das hat es vor drei Wochen auch schon gegeben. Die Straßenhändler eifern mit den Ladenbesitzern wechselseitig um die Gunst der Kunden. Kunden? Welche Kunden? 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Spätestens dann ist man mittendrin. Und erkennt, dass eben doch vieles anders ist. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Immer wieder neue Nachbeben, Angst und Schrecken
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es gibt nicht mehr viele Kunden, die bereit sind, etwas zu kaufen. Die allermeisten Touristen, Bergsteiger, Wanderer, Kulturreisenden sind Hals über Kopf aus Nepal geflohen. Mit den Sondermaschinen, die ihre Länder ebenso rasch geschickt haben, wie dieses Erdbeben über das kleine Land unter den höchsten Bergen der Erde kam. Niemand wollte mehr bleiben, als die Erde wankte und vieles zum Einsturz brachte. Niemand wollte sich das antun, immer neue Nachbeben zu erleben, inzwischen sind an die 150 gezählt worden. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Verena Westreicher, gebürtige Tirolerin aus Serfaus und wirklich eine Seele von einem Menschen, betreibt in Thamel seit über zwanzig Jahren eine kleine Bar. Sam's Bar ist eine Top-Adresse unter Bergsteigern, Kletterern und Ausgeflippten. Genau gegenüber, wo man früher, bevor es brannte, bei Pilgrims, tolle Bücher kaufen konnte. Verena Westreicher lag nach einem anstrengenden Arbeitstag und einer kurzen Nacht noch im Bett, als an jenem Samstag vor zwei Wochen zu MIttag die Erde in Bewegung geriet. Es dauerte, bis sie begriff, was da überhaupt geschah. Sie kam nicht einmal aus ihrem Schlafzimmer heraus, weil sie die Tür nicht mehr aufbrachte. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Drei angstvolle Tage im Freien
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als schließlich alles vorbei war, schlief sie drei Tage und Nächte mit ihrer Familie und hunderttausenden anderen Menschen weit draußen, vor den Toren Kathmandus, im Freien. Dann kehrte sie zurück in die Stadt. "Was hätten wir auch anderes machen sollen? Ich habe meine Bar wieder aufgemacht und versuche seitdem, ein normales Leben zu führen. Nochmal: Was hätte ich auch anderes machen sollen." Das fragt auch der Mitarbeiter im bekannten "New Orleans". Er bewirtet gerade ein paar Expeditionsbergsteiger aus Polen. Sie gehören zu den letzten Touristen, die noch vor dem Beben in Nepal ankamen. Neue kamen danach nicht mehr hinzu. Die meisten Reisen wurden storniert. "Doch es muss irgendwie weiter gehen. Kann nicht jemand den Menschen da draußen erzählen, dass es schlimm ist was passiert ist, doch wir sind in der Lage, hier vieles auch wie gewohnt weiter zu machen", sagt der Kellner im New Orleans 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nun stehen die Nepali fast händeringend vor uns und fragen: "Warum berichten die Medien so einseitig? Warum gibt es nur schreckliche Bilder von dieser Kathastrophe?" Das sind Fragen mit Berechtigung. Ich habe gestern Abend spät ein wenig im TV "gezappt". Im indischen Nachrichtensender die immer gleichen Bilder, Szenen, die nun über zwei Wochen alt sind. Szenen von Plätzen, an denen die Trümmer längst weggeräumt wurden. Szenen von Menschen, die schreiend aus ihren Häusern hetzen. Zwei Wochen alt. Selbst im nepalischen Fernsehen, nur die immer gleichen Bilder aus Kathmandu und den Bergregionen. In den allermeisten europäischen und US-Sendern ist Nepal längst keine Spitzenmeldung mehr. Die Erde hat sich weiter bewegt. Nur in Nepal steht sie irgendwie noch immer auf gewisse Weise still. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viel ist zerstört - vieles steht noch 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tatsache ist: Es gibt viele Stadtteile in Kathmandu, viele Dörfer in den Mittelgebirgen unter dem Himalaja und viele Ortschaften droben in den Bergen, die fast unberührt geblieben sind. In denen es, wie erwähnt, aussieht, als habe es nie ein Beben gegeben. Wir sind vom Khumbu aus über das Land geflogen. Vergleichsweise tief über die Hügellandschaften. Dort sah man fast keine eingestürzten Häuser. Anderswo wurde viel, wenn nicht gar alles zerstört oder zumindest wegen Einsturzgefahr unbewohnbar. Man muss das jedoch deutlich differenzieren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Keine Frage, diese Katastrophe ist vielerorts in diesem Land ein Naturereignis mit wirklich fatalen Folgen für die Menschen und ihren wenigen Besitz. Es wird Jahre dauern, bis die Schäden beseitigt sind. Hilfe aus der ganzen Welt ist eingetroffen. In den Straßen Thamels sind sie in Scharen unterwegs, die Helfer von den Organisationen vieler Nationen. Sie tragen die Westen, T-Shirts und Jacken mit den riesigen Aufnähern "Rescue", "Medical-Team" oder "Live-Search" unübersehbar und plakativ vor sich her. Was die Frage aufwirft: Was machen die hier alle in der Stadt und in einem Stadtteil, in dem nichts passiert ist? Sightseeing? Shopping? Kaffeepause? Warum sind die nicht draußen bei den Menschen, die sie so nötig brauchen. Bei den Menschen in Gurkha, in Manang, in Rolwaling, in Langtang. Dort sind Menschen noch immer eingeschlossen und niemand hilft ihnen. Man liest nur die stummen Hilferufe in Facebook. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So viele Menschen haben kein Dach mehr über dem Kopf
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gestern Abend habe wir einen Mitarbeiter unseres Hotels getroffen, der seit über 10 Jahren im "Greenvich Village" angestellt ist. Er wohnt knapp 90 Kilometer von hier in einem Dorf in Richtung Solo Khumbu, in Richtung Jiri. Nicht weit weg von Kathmandu also und doch noch nicht weit oben in den Bergen. Der Mann hat alles verloren. In seinem Dorf, sagt er mit traurigen Augen, stehe kein einziges Haus mehr. Er zeigt uns Bilder. Alles, was er für sich, seine Familie, die Kinder, seine Frau, die Schwiegereltern, seine eigenen Eltern geschaffen habe, ist weg. 5000 Menschen haben dort ihr Dach über dem Kopf verloren. Ob die Hilfe schon angekommen sei? "Nein, bei uns war niemand. Wir haben keinen Reis mehr und kein sauberes Wasser. Es ist schrecklich". Er kommt gerade von da. Eigentlich wollte er bleiben, doch er will und muss Geld verdienen. Geld verdienen mit einem skeptischen Blick in die Zukunft. Was soll denn nun werden? Er weiß, dass das Leben weiter gehen wird. Über die Hilfsorganisationen mag er nicht reden, "die finden uns ja nicht mal". 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als wir, von Lukla kommend, in Kathmandu gelandet sind, habe ich dort ein Bild in mir aufgenommen, das mich überrascht hat. Da standen Seit an Seit wirklich riesige Hubschrauber des indischen und chinesischen Militärs. Sonst undenkbar, das Militär zweier zerstrittener Atommächte so dicht beieinander. Diese humanitäre Katastrophe in Nepal eint offenbar, was ansonsten so gar nicht zusammen passen mag. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es heißt, am Flughafen von Kathmandu lagerten tonnenweise Hilfsgüter und niemand transportiere sie ab. Ersteres belegt der Lokalaugenschein. Zweiteres ist schwer zu beweisen, denn die schweren Fluggeräte werden beladen. Und sie fliegen. Sie donnern oft im Minutentakt im Tiefflug über die Stadt. Ganz so als wollten die Piloten auf ihrem gefährlichen Flug in die entlegenen Bergregionen zeigen: Seht her, wir sind hier und wir tun etwas. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was kommt wo an im Land der Korruption?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Genau das werden die ganz großen Probleme Nepals in der näheren und ferneren Zukunft sein. In dem Land gibt es nicht viele Straßen. Mehr als zwei Drittel der Fläche sind schwer zugängliche Bergregionen, in denen sämtliche Waren und Güter von Menschen, Maultieren oder Yaks getragen werden. Alles. Einfach alles. Wer will da sicherstellen, dass die Dinge dort ankommen, wo sie hingehören und wo sie benötigt werden? Und dann die allgegenwärtige, widerliche Korruption in diesem Land. Ohne geht hier ja fast nichts. Und natürlich haben die Ersten schon wieder damit begonnen, aus der Not und all dem Elend ein Geschäft zu machen. Natürlich bekommt man in Kathmandu leichter ein Zelt, wenn man Beziehungen und ein bisschen Geld hat, als wenn man warten muss, bis ein Mitarbeiter von einer Hilfsorganisation daher kommt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1,2 Millionen Menschen haben die Stadt verlassen. Kathmandu wirkt mancherorts wie ausgestorben. Einige Stadtteile, in denen das Beben erhebliche bis hin zu totalen Schäden angerichtet hat, sind vom Militär nach wie vor fast hermetisch abgeriegelt. Niemand, der dort nichts "verloren" hat, soll dort hinein. Und das ist wahrscheinlich auch gut so. Wer irgendwie konnte, ist aufs Land hinaus geflohen. Der Besitzer unserer Lodge in Lukla, eigentlich kein furchtsamer Mann, hat seine gesamte Familie aus Kathmandu zu sich geholt. Er wollte sie in Sicherheit wissen und möglichst weit weg von all dem Chaos. Nun wohnen sie alle bei ihm. 18köpfig, mit Kind und Kegel. Einige hat Lakpa seit Jahren nicht gesehen. Ein ungewolltes, aber durchaus segensreiches Familientreffen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wasser und immer mehr Wasser staut sich in Rolwaling
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In Rolwaling hat gestern wieder die Erde gebet. Über Fünf auf der Richterskala. Es hat erneut große Schäden gegeben. Dort stehe, so heißt es, nun praktisch gar kein Haus mehr aufrecht. Bei Mingma Sherpa habe ich einen verzweifelten Aufruf gesehen. Seine Familie sei zwar am Leben, doch die meisten Dörfer in dieser zauberhaften Region seien fast vollständig zerstört. Hilfe von außen? Auch hier Fehlanzeige. Sagen die Betroffenen. Doch es geht immer noch schlimmer. Der Gletschersee Tsho Rolpa, flächenmäßig einer der größten in den gesamten nepalischen Himalajabergen, droht zu brechen. Die beiden großen Brücken, die den Fluß in fast sechzig Metern Höhe überqueren helfen, sind bereits unter Wasser und immer mehr Wasser staut sich auf. Mingma befürchtet, dass die ungeheuren Wassermengen das gesamte Rolwaling überfluten und in der Folge große Teile Nepals unter Wasser setzten könnten. Schwer zu sagen, ob das möglich wäre. Doch alle diese Befürchtungen versetzen die Menschen schon wieder in Angst und Schrecken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während ich diese Zeilen schreibe, ist der Himmel über Kathmandu bewölkt. Es ist schwül warm. Es hat seit dem Samstag vor zwei Wochen über 150 Nachbeben gegeben. Überall im Land. Größere und kleinere. Wir sitzen im zauberhaften Garten unseres Hotels. Es gibt Kaffee soviel wir mögen. Heute Nachmittag hat uns mein treuer Freund Pd Rai zum Essen eingeladen. Bei sich daheim, in einem Vorort der Stadt. Sein kleines Haus hat auch Risse. Er will unbedingt einen Statiker kommen lassen. Doch die haben gerade überhaupt keine Termin mehr frei. Dal Bad wird es geben. Das traditionelle nepalische Gericht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Drüben, an einem anderen Tisch in diesem schönen Garten, findet ein Koordinationsmeeting mehrerer Hilfsorganisationen aus aller Welt statt. An vier Tischen hämmern außer mir noch andere Menschen auf ihren Tastaturen der Kleincomputer herum. Keine Ahnung, was die machen. Vielleicht auch Journalisten. Ich mag nicht mehr mit jemandem reden, der nicht Nepali ist. Zu viele Gerüchte, zuviel Halbwissen, zuviel Unsinn. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Flutwelle ergoss sich durch das gesamte Erdgeschoss
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein kleines, niedriges Geländer trennt den Tisch, an dem ich sitze von einem Swimmingpool. Ein Mitarbeiter des Hauses reinigt gerade mit einer langen Stange und einem Netz das Wasser. Doch der Pool, so groß wie zwei Volleyball-Felder und fast zwei Meter tief, ist allenfalls noch zu einem Viertel gefüllt. Als in Kathmandu die Erde bebte, als wie in ruppigen Wogen im Boden alles in Bewegung geriet, schwappte dieser Pool über. Wie ein Topf voll Wasser. Die Flutwelle spülte durch das gesamte Hotel, setzte den Speisesaal unter Wasser und spülte dann Teile der Einrichtung auf der anderen Seite des Hauses wieder hinaus. Die Kellner haben mir ein Video gezeigt, dass ein Kollege geistesgegenwärtig aufgenommen hat. Sähe man das nicht selbst, man würde es kaum glauben. Wie ein gewaltige Woge schwappt das Wasser über den Beckenrand ins Hotel und richtig Straße wieder hinaus. Das Ganze dauert nur Sekunden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Swimmingpool, der über den Rand tritt. Ein See der überzugehen droht. Menschen die Weinen, weil das hier alles noch lang nicht vorbei ist. Menschen, die von ihrem Glück sprechen, überlebt zu haben. Ein Kellner, der alles verloren hat. Hilfsorganisationen, die nicht überall sein können und bisweilen dort erscheinen, wo man glaubt, dass sie gewiss nicht hingehören. Inder und Chinesen in einem unglaublichen Miteinander. Tonnen von Hilfsgütern. Millionen von Spenden. Die verzweifelten Bitten, Nepal auch an den Stellen zu zeigen, an denen es vollkommen intakt ist. Und eine Zeit, die einfach nicht stehen bleibt. Nicht für einen einzigen Moment. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nepal hat viele Gesichter. Doch das war ja schon immer so.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 09 May 2015 14:10:20 GMT</pubDate>
      <author>s.redaktion@me.com (Walther Lücker)</author>
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    </item>
    <item>
      <title>Eine gute Entscheidung, in den Bergen zu bleiben</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    
          Radio mit Gesang – Töne, die man sonst immer, nun aber tagelang nicht hören konnte
         &#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Nepal_2015_01Mai2015_0998.jpg" alt="Eine Gruppe von Leuten wandert auf einen felsigen Berg."/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         02. Mai 2015
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In Chukung, einem Hochgebirgsdorf in 4750 Meter Höhe, direkt unter der Südwand des Lhotse, dem vierthöchsten Berg der Erde, gibt es einen ziemlich gestörten Radio-Empfang. Aber immerhin. Und heute Morgen, gab es da Musik mit Gesang. Nun muss man wissen, dass in Nepal in Krisenzeiten nicht gesungen wird. Weder daheim, noch öffentlich, noch im Radio. Und die Nepali singen wirklich gern, am liebsten überall - nicht nur unter der Dusche. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Heute morgen gab es also Radio mit Gesang. Und danach kamen die Nachrichten. Unglaublich, solche Nachrichten. Ich habe sie mir teilweise übersetzen lassen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Am Donnerstag sind wir von Dingboche, wo wir seit dem Beben eine ganze Woche verbracht haben, noch ein Stück aufgestiegen bis nach Chukung. Das ist ein richtiges Bergsteiger-Nest. Von dort aus beginnt die Tour auf den Sechstausender Island Peak, dort übernachten die Kletterer, bevor sie unter dem extrem schwierigen Nordgrat der Ama Dablam ihr Basislager einrichten. Von dort ist es nicht mehr weit bis in das Basislager der Lhotse-Südwand. Dieses kleine Nest ist nur sechs Monate im Jahr belebt. Drei im Frühjahr und drei im Herbst. Ansonsten ist dort kein Mensch. Jetzt ist dort auch praktisch niemand mehr. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Weit draußen in den unteren Regionen des Khumbutales haben sie an den Kontroll-Posten alle Trekking-Gäste und alle Bergsteiger gestoppt. Niemand kommt hier mehr rein. Es geht nur noch raus. Und so trifft man auf dem Weg, wo an guten Tagen oft zweihundert Menschen unterwegs sind, fast niemand mehr. Die Saison im Khumbu ist zu Ende. Die Regierung hat Bergsteigen in dieser Gegend und anderswo untersagt. Nur die, die bereits drin sind im Nationalpark, die sind halt nicht zu stoppen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und obwohl das alles illegal ist, werden von ein paar wenigen Bergsteigern die hohen Pässe begangen. Zumindest der Cho La, wenn es die ungewöhnlich massiven Schneeverhältnisse in diesem Frühjahr zulassen. Ansonsten ist auch dort dicht. Ein paar Wenige versuchen sich noch am Island Peak, ein paar Bergsteiger sind noch an der Ama Dablam. Und wir haben gestern den Chukung Ri Hauptgipfel bestiegen. Da gehen ohnehin nicht viele Menschen hin, weil man im Gipfelbereich ein bisschen aufpassen muss und weil der zweihundert Meter niedrigere Nebengipfel soviel leichter zu haben ist. Manchmal darf man sich einfach nicht um Verbote scheren und muss sich an der eigenen Befindlichkeit orientieren und an dem, was man gern tut und nicht an dem, was Andere vorschreiben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Zeit des Wartens, diese sieben Tage in Dingboche seit dem Beben, haben an den Nerven gezehrt. Wir mussten einfach einmal etwas anderes sehen, hören und spüren. Man dreht durch, wenn man sich in so einer Situation, geboren aus der eigenen Entscheidung heraus, nicht bewegen darf, kann oder soll. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Also sind wir Bergsteigen gegangen. Und das hat uns allen wirklich gut getan. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann heute Morgen auf einmal im Radio, Musik. Musik mit Gesang. Das war schon bemerkenswert. Wunderbar. Wenn man weiß, wie das in Nepal funktioniert mit dem Gesang in Krisenzeiten. Nach der Musik Nachrichten. Pasang, der Lodge-Besitzer hat mir das übersetzt, was All-over-Nepal gemeldet hat. Seit heute Morgen seien sehr viele Geschäfte in Kathmandu wieder geöffnet. Man versuche ein normales Leben einzurichten. Die Stadtteile der Zwei-Millionen-Stadt, die am härtesten betroffen seien, sind nach wie vor abgeriegelt. Das Wasser fließe wieder aus den Wasserhähnen. Damit verbessere sich erheblich die Hygiene-Situation. Die ersten Menschen kehrten wieder in ihre Häuser zurück. Die Seuchengefahr werde mit jedem Tag geringer. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man daheim sitzt und das in den Nachrichten sieht und hört, dann mag man das als gute Nachricht registrieren. In Nepal, auch bei uns, hat das Glücksgefühle ausgelöst, die kaum zu beschreiben sind. Wenn das wahr ist, dann ermöglicht uns das eine einigermaßen geregelte Rückkehr nach Kathmandu. Dann können wir dorthin zurückkehren, wo wir gestartet sind, ohne Angst haben zu müssen, uns "sonstwas" einzufangen. Wir haben genug Horrorgeschichten über Ruhr, Typhus, Cholera unter andere Erkrankungen gehört.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es sind die elementarsten Bedürfnisse nach denen man in solchen Situationen fragt. Gibt es Wasser? Das ist die Wichtigste. Und wie geht es den Menschen in Kathmandu? Wie den Freunden? Alles andere ist nicht mehr relevant. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Inzwischen sind wir von Chukung wieder nach Dingboche hinunter spaziert. Dort haben sie uns die alten, vertrauen Zimmer wieder gegeben. Unsere "Notunterkunft" nach dem Beben, die nie eine Notunterkunft gewesen ist. Danke Thyan Lama. Wir hatten das Glück, bei einer befreundeten Familie sein zu dürfen. Es ging und geht uns gut dort. Wir haben wohl großes Glück gehabt. Anders kann man es kaum ausdrücken, wenn man sieht, was in diesem Land passiert ist, wie viele Menschen tot unter Steinen ausgegraben wurden. Gestern Abend hat ein lieber Mensch neben mir leise geflüstert: "Walther, wir haben das überlebt".
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir werden nun morgen früh mit dem Abstieg beginnen. Langsam, mit offenen Augen. Hinunter nach Pangboche und weiter durch die kleinen Dörfer. Ich mag nicht wirklich daran denken, was uns dort erwarten. Überall soll es, wie man hört, schlimmer sein als hier in Dingboche. Aber man hört ja so vieles in diesen Tagen. Und nicht alles soll, kann oder darf man glauben. In Lukla, so hoffen wir, hat sich die Situation entspannt, bis wir am 7. Mai dorthin kommen werden. Lukla ist im Khumbu-Tal so etwas wie ein Pfropf. Dort staut sich alles, was vom Everest-Basecamp-Trek oder aus den Seitentälern zurückkommt. Von diesem kleinen Flughafen mit seiner Start- und Landepiste, die zu den fünf gefährlichsten der Welt gehört - weil extrem kurz und enorm steil -, fliegen die allermeisten Menschen nach Kathmandu. Und in Lukla sind, wegen der schwierigen Sichtverhältnisse durch das häufig bewölkte Wetter der vergangenen Tage, viele Menschen stecken geblieben. Über 2000 sollen dort zeitweise festgesessen sein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich glaube jetzt, im ersten Rückblick gesehen, dass es die beste und einzig richtige Entscheidung gewesen ist,  oben in den Bergen auszuharren. Wir hatten immer Wasser, wir hatten jeden Tag mehr als genug zu Essen, wir hatten immer ein sicheres Dach über den Kopf. Das war und ist ein Segen gewesen. Ein großer Glücksfall. Und all dem stehen wir voller Dankbarkeit gegenüber. Denn das war beileibe nicht überall in diesem Land der Fall. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie haben heute Morgen im Radio Musik mit Gesang gespielt. Ein unglaubliches Gedudel. Ein unfassbarer Sing-Sang. In unseren Ohren. Heute Morgen aber war das die Melodie des Lebens. Wunderbar. Ich hätte stundenlang zuhören können...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 02 May 2015 12:31:30 GMT</pubDate>
      <author>s.redaktion@me.com (Walther Lücker)</author>
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    </item>
    <item>
      <title>"Ich rannte und rannte – ich rannte um mein Leben"</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Die Everest-Saison für Besteigungen ist beendet – das Leid in Nepal nicht
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Nepal_2015_29Apr2015_1348.jpg" alt="Ein Mann in einer blauen Jacke steht im Schnee in der Nähe eines Gebäudes"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         29. April 2015
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jetzt hat es in den Bergen des Himalaja geschneit. Ein verrücktes Frühjahr. So viel Schnee gut einen Monat vor Beginn des Monsuns, das ist eher ungewöhnlich. Ein bisschen hat sich das angefühlt wie Weihnachten in einem weit entfernten Land. Angesichts dieser Naturkatastrophe ist Melancholie wohl kein Wunder. Die Bandbreite menschlicher Gefühle groß. Da ist für vieles Platz. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein kurzes Video aus Kathmandu zeigt uns nun auch hoch droben in den Bergen das ganze Ausmaß dieses Erdbebens. Längst sind nicht alle Leichen geborgen. Von fast 10.000 Toten ist die Rede. Noch immer gibt es Dörfer, die von der Außenwelt abgeschnitten sind. Langsam, sehr langsam läuft die humanitäre Hilfe von außen an. Es ist schwierig, in einem der ärmsten Länder der Welt die Versorgung aufrecht zu halten oder sie gar neu zu organisieren. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dann diese Katastrophe in der Katastrophe. Es hat von dem Moment, als das Erdbeben Nepal und die Himalajaregionen erschütterte, kaum sechzig Sekunden gedauert, bis die Lawine vom Pumori auf das Basislager herunter donnerte. Die rund 900 Bergsteiger und Sherpa unter dem Everest hatten nicht einmal Zeit, sich von dem ersten Schrecken des Bebens zu erholen, da rollte bereits die weiße, todbringende Wand aus Eis und Schnee mit einer Geschwindigkeit von fast 300 Stundenkilometern auf sie zu. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der indische Bergsteiger Kishor Dhankude ist eher unfreiwillig zum Hauptdarsteller eines etwa zweieinhalb Minuten langen Videos geworden, das der deutsche Bergsteiger Jost Kobusch gedreht hat. Kobusch, ein 22 Jahre alter Alpinist, der im vergangenen Jahr allein und seilfrei die Ama Dablam bestieg, stand vor dem Esszelt seines Teams, als das Beben unheilvoll auf die beachtlich große Zeltstadt zuraste. Mit seinem Smartphone hatte er bereits einen Teil des Erdbebens gefilmt. Nun ließ der das Gerät einfach weiterlaufen. Gewollt? Wohl eher nicht.  
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In Kobuschs internationaler Expeditionsgruppe waren an diesem Vormittag gegen 10.30 drei Inder und ein Japaner aus dem Hochlager II unter der Lhotse-Flanke zurückgekehrt. Noch während Kobusch begann zu filmen, hörte unter seinen Füßen die Erde langsam auf zu beben. Und dann kam die Lawine. Es dauerte nur Bruchteile von Sekunden bis die Bergsteiger einigermaßen begriffen, was da auf sie zu donnerte. Zwischen den 6745 Meter hohen Lingtren und 7165 Meter hohen Pumori waren durch das Erdbeben in fast der vollen Breite der langen Flanke ungeheure Schnee- und Eismassen kollabiert und herausgebrochen. Sie rasten nun die Flanke hinunter - alles mit sich reißend, was ihnen in den Weg kam. Selbst im fast acht Kilometer entfernten Gorak Shep lag, als sich die Nebel lichteten, fast zehn Zentimeter hoch der Eisstaub über der kleinen Siedlung. Mit eiserner Faust war die Lawine durch das Basislager gefahren. Auf dem Video sieht man, wie Kishor Dhankude versuchte davonzurennen. 
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          "Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber es war mir sofort klar, dass ich in dieser Situation um mein Leben rannte", versuchte Kishor Dhankude, drei Tage danach immer noch sichtlich beeindruckt, mir diese Situation zu erklären. Dhankude ist ein besonnener Mann: "Als das Beben kam, lief ich aus unserem großen Gemeinschaftszelt hinaus und auf den nächsten Moränenhügel hinauf. Ich dachte, dort sei ich einigermaßen sicher." Dann kam die Lawine. "Ich rannte und rannte. Ich rannte um mein Leben. Ich stolperte und wusste genau, diesem Monster konnte ich nicht entkommen. Niemand würde entkommen, dachte ich". 
         &#xD;
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unmittelbar bevor ihn die wuchtige Druckwelle erfasste, sprang Dhankude hinter einen großen Stein. "Ich weiß noch, dass ich meine Kappe zurecht rückte, keine Ahnung warum. Bevor die Lawine kam, umklammerte ich den Felsen wie ein hilfloses Kind." Dann fegten zuerst die Druckwelle und kurz darauf die Schnee- und Eismassen über ihn hinweg. "Als das Donnern und Grollen vorbei war, war es einen Moment lang, ganz, ganz still. Und dann hörte ich die ersten Schreie der Verletzten", sagt Kishor Dhankude und fährt sich mit den Fingerspitzen vorsichtig über die Stirn. So als würde er nachdenken, ob er das alles wirklich erlebt hat. Zwei Bergsteiger und 16 Sherpa verloren ihr Leben. Fast 50, zum Teil schwer verletzte Bergsteiger wurden mit einer Luftbrücke zunächst hinunter nach Pheriche und dann nach Kathmandu in die ohnehin schon restlos überfüllten Krankenhäuser gebracht. 
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          "Wir waren an diesem Tag von einer Akklimatisierung zurück gekommen und saßen gegen halb elf beim Frühstück. Alles für unsere Everest-Besteigung schien planmäßig zu verlaufen", sagt Dhankude. Die Bergsteiger müssen sich, bevor sie versuchen den Gipfel des höchsten Berges zu besteigen, in mehreren Phasen an die Höhe anpassen. Die drei Inder, der Japaner und Jost Kobusch waren dazu zwei Tage zuvor ins Lager I oberhalb des berüchtigten Khumbu-Eisbruchs aufgestiegen, hatten dort übernachtet, waren am Tag darauf ins Lager II am Ende des Western Cwm weiter gegangen. Dort verbrachten sie drei Stunden, stiegen zurück ins Lager I, übernachteten dort abermals, bevor sie schließlich wieder ins Basislager abstiegen. Für Jost Kobusch war dieser Anstieg von besonderem Interesse, denn so gewann er erstmals Einblick in die Lhotse-Flanke. Anders als die drei Inder und der Japaner, wollte er in etwa zwei Wochen eine Solo-Besteigung des 8516 Meter hohen Lhotse versuchen, der direkt neben dem Everest eine breite, schwarze Mauer aufbaut. Bis zum Lager III in der Flanke verlaufen die beiden Routen zum Everest und zum Lhotse gemeinsam. Dann trennen sich die Wege.
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          Die gebackenen Eier und die Omeletts, die ihr Koch zubereitet hatte, lagen noch zum Teil auf den Tellern, als ein Beben der Stärke 7.9 diese Lawine auslöste und in der Folge der Ereignisse die Expedition beendete. Geschockt und schließlich erleichtert, diesem Chaos entfliehen zu können, hatten die drei Inder und der Japaner das Basislager am nächsten Tag verlassen und waren, nur mit dem Nötigsten ausgestattet, nach Dingboche abgestiegen. Dort quartierten sie sich in einer Lodge ein, um die Zeit zu überbrücken und abzuwarten, bis eine Entscheidung getroffen würde, wie es am Everest und am Lhotse weiter gehen sollte, wenn es denn überhaupt weiterginge. Auch ein Teil der Bergsteiger einer Expeditionsgruppe des Schweizer Veranstalters Kari Kobler, kam am Dienstag nach Dingboche. 
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          Die Inder und der Japaner erfuhren es von ihrem leitenden Sherpa Mingma Tenzing. Kari Koblers Kletterer entnahmen es offenbar einer SMS. Ihr Expeditionsleiter hatte alle Teilnehmer gebeten, keine Auskünfte an die Medien zu geben, wohl auch, um zusätzliche Verwirrung zu vermeiden. Im Basislager hatten die sogenannten "großen" Veranstalter im Rahmen eines Meetings beschlossen, alle Aktivitäten am Mount Everest  für den Rest dieser Frühjahrs einzustellen. Im Klartext: die Saison am höchsten Berg ist beendet. Wie im Vorjahr, als eine Eislawine im Khumbu-Eisbruch 16 Sherpa in den Tod riss. Fast zur gleichen Zeit am Dienstag rang auch die chinesische Regierung um eine Entscheidung für die tibetische Nordseite des Berges. Sehr gut möglich, dass der Gipfel in diesem Frühjahr dann überhaupt nicht bestiegen wird. 
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          Kishor Dhankude ist 42 Jahre alt. Ein freundlicher Mann mit einem gewinnenden Lächeln und wachen Augen. Am 25. April 2014 hat er den Mount Everest von Tibet her über die klassische Nordroute bestiegen. Dass er dabei Flaschensauerstoff benutzt hat und über eine mit Seilen und Leitern präparierte Route hinauf gekommen ist, stört ihn weniger. "Anders hätte ich da wirklich überhaupt keine Chance gehabt". Daheim im indischen Pune baut er Häuser und verkauft sie dann. Er hat es so zu einem für den indischen Subkontinent durchaus beachtlichen Wohlstand gebracht. Seine Frau und die beiden Kinder bedeuten ihm alles. Und wäre da nicht diese schwer stillbare Lust auf Abenteuer, könnte man ihn für einen ganz "normalen" Menschen halten. In die Everest-Expedition, die nun beendet wurde, bevor sie überhaupt begann, hat er fast 45.000 US-Dollar investiert. Das Geld ist futsch. 
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          In den vergangenen Jahren hat sich Dhankude immer wieder an hohen Bergen im indischen Teil des Himalaja versucht. Mount Deotibba (6001 m), Mount Satopanth (7075 m), Mount Kamet (7756 m), Mount Abi Gamin (7535 m) - überall war er entweder schon recht weit oder fast oben, als einmal das Wetter und dreimal die Bergung anderer Bergsteiger ihn zur Umkehr veranlassten. Offenbar ist Kishor Dhankude ein recht feinfühliger Vertreter dieser zum Teil recht rohen Zunft der Höhenbergsteiger, in der schon einmal Sätze fallen wie "für Moral ist in diesen Höhen kein Raum". Schließlich und weil Dhankude die Höhe offenbar gut verträgt, beschäftigte er sich intensiv mit dem Mount Everest. Er bestieg ihn im vergangenen Frühjahr. Doch warum nur kam er zwölf Monate später dorthin zurück? 
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          Kishor Dhankude befindet sich in einer außergewöhnlichen Situation. Fast immer sind es das indische Militär oder die staatliche indische Polizei, die Expeditionsgruppen auf den Weg zum Everest und anderen Achttausendern bringen. Und die bekommen, der politischen Logik entsprechend, keine Einreise in das von China besetzte Tibet. Und so ist Dhankude einer der ganz wenigen Inder, die den Everest von Norden aus bestiegen haben. Denn er als Einzelperson hatte die Genehmigung von den chinesischen Behörden erhalten. "Als ich zurückkam, haben mich ganz viele Menschen bedrängt, es doch auch von Süden her zu versuchen". Gelänge dies, sei er der einzige Inder, der den Everest von beiden Seiten her besteigen habe, argumentierte sogar die Regierung. Nationalstolz bedeutet viel in Indien Und so machte sich Kishor Dhankude abermals auf, den höchsten Berg, nun über die klassische Route der Erstbesteiger von Nepal aus zu versuchen. Alles sah so gut aus. 
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          Im Vorjahr hatte er für die Nordroute nur sagenhaft anmutende neun Tage benötigt. Vom Basislager auf den Gipfel und zurück. Inklusive Rückkehr mit dem Flugzeug nach Kathmandu. Das gelang, weil Dhankude vollständig akklimatisiert zum Berg kam. Diese Voraussetzungen hatte er sich auch diesmal geschaffen. Und von allen Bergsteigern im Süd-Basislager des Everest hatte er sicher auch diesmal mit die besten Aussichten, den Gipfel zu erreichen. "Doch dann kamen das Beben und die Lawine". Wieder fahren seine feingliedrigen Finger über die Stirn. 
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          Im Everest-Basislager hat der große Auszug begonnen. Immer mehr Bergsteiger kommen von dort herunter in die Dörfer, in denen die Menschen noch immer von den Auswirkungen des verheerenden Bebens schockiert und betroffen sind. Kishor Dhankude hat heute morgen seinen monströsen Rucksack gepackt und ist in Richtung Namche Bazar auf und davon. Es ist Mittwoch und Tag vier nach dem Beben. Dhankude will nach Hause: "Ich werde Urlaub mit der Familie machen". Doch auch er weiß nicht, was ihn auf dem Weg nach unten und in Kathmandu erwartet. Man sagt, die Zustände seien nach wie vor schrecklich und absolut chaotisch. 
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          Zum Everest mag der freundliche Mann aus Indien nicht mehr zurückkehren. Offenbar ist er ein guter Bergsteiger und mit 42 in den besten Jahren. Alle 14 Achttausender wären vielleicht möglich, sind aber auch keine Option, denn als Inder bekommt er keine Einreise nach Pakistan. "Mal schauen, was wird", hat er gesagt, als er ging und sich dann nochmal umgedreht: "Vielleicht komm ich im Sommer nach Europa. Wie heißt das da bei dir? Dolomiten? Ich hab Fotos gesehen, schöne, grandiose Berge. Deine Adresse hab ich ja..."
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          Dann war Kishor verschwunden. Die Sonne ist wieder heraus gekommen und leckt über den frischen Schnee. Es ist warm vor unserer Lodge. Es ist, als sei gar nichts geschehen. Doch dann kommen die Gedanken zurück. An Kathmandu, an die zerstörten Dörfer, an die vielen Toten, an die 18 Leichen im Basislager, an den guten Freund Oskar Piazza aus Trento, der in Langtang diesem verdammten Beben zum Opfer fiel. Er war bei nepalesischen Freunden zu Besuch. Als die Erde wankte stand er, den Säugling seiner Freunde bei sich, neben der Haustür. Als sich das Beben beruhigte, lag Oskar tot am Boden. Das Kind lebte – unverletzt in seinen leblosen Armen. 
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          Ein Ski-Spezl aus Deutschland, hat mir gerade eine Mail geschrieben. Seine Frau habe für den Herbst eine Nepal-Reise geplant. Alles bereits organisiert. Jetzt überlege sie, ob sie die Tour machen soll, angesichts der Bilder, die sie momentan zu sehen bekommt. Nun, es wird dauern, bis Nepal, bis Kathmandu, bis die Dörfer in den Bergen wieder aufgebaut sind. Viel hängt von der Hilfe ab, die nun hoffentlich von außen kommt. Die Menschen brauchen unsere Unterstützung. Unbedingt. Und der wohl größte Fehler wäre, nun nicht mehr nach Nepal zu kommen. Denn der Tourismus, die Trekking-Touren, die Besteigungen der hohen Berge, die damit verbundenen Infrastrukturen, sind eine der wichtigsten Einnahmequellen dieses armen Landes. Stefan, ich kann deine Frau nur ermuntern, dieses nach wie vor so zauberhafte Land zu bereisen und diesen wunderbaren Menschen zu begegnen, die selbst inmitten dieses unvorstellbaren Desasters ihr gütiges und freundliches Lächeln nicht verloren haben. 
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          Namaste sagt man in Kathmandu, mit Tashi Delek grüßt man im Land der Sherpa, Daniabad heißt Danke und Resampiriri ist ein nettes Volkslied, das jedes Kind mit jedem Gast in diesem Land sofort singen kann... 
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          Die Menschen werden die Trümmer zur Seite räumen und die Toten bestatten. Und die Zeit wird hoffentlich diese tiefen Wunden heilen und alle Tränen trocknen.
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      <pubDate>Wed, 29 Apr 2015 11:59:13 GMT</pubDate>
      <author>s.redaktion@me.com (Walther Lücker)</author>
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      <title>Was kostet eine Everest-Expedition?</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    
          Zwischen Gerüchten und Wahrheiten, zwischen Eindrücken und Annahmen
         &#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
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  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Nepal_2015_04Mai2015_0322.jpg"/&gt;&#xD;
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&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
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         28. April 2015
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          Es hat geregnet in der Nacht. Jetzt auch in den Bergregionen des Himalaja. Es ist der vierte Tag nach diesem Desaster. Nach diesem verheerenden Erdbeben in Nepal. Vielleicht gehört es ja dazu, dass der Himmel seine Schleusen öffnet. Wir haben Bilder gesehen. Ein paar Minuten im Internet. Oder Downloads anderer Bergsteiger, denen wir begegnen. Wir haben hier in Dingboche in 4340 Meter Höhe kein Radio, kein Fernsehen, keine Zeitungen. Es funktioniert nichts mehr. Es gibt nur das, was mündlich berichtet wird, was man mühselig an Nachrichten, Meldungen, Vermutungen und vor allem Spekulationen zusammentragen kann. Manchmal gibt es Internet. Wenn wir Glück haben und lange genug warten. Und vor allem zahlen. Unsummen inzwischen. 
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Die Bilder, die wir gesehen haben, sind schlimm. Es sind die Bilder, die die westliche Welt mit den modernen Kommunikationsmöglichkeiten längst kennt. Irgendjemand hat erzählt, dass N24 fast 30 Stunden non stop berichtet haben soll. Die Bilder indessen haben schockiert. Sie zeigten Menschen, auch und vor allem in Nepals Hauptstadt Kathmandu, die sich nicht mehr in ihre Häuser trauen und zu Tausenden auf der Straße schlafen. In Monjo, dort ist mein guter alter Freund Pemba Sherpa daheim, der in meinem Buch über den Mount Everest eine wichtige Rolle hat, in Monjo haben sich die knapp hundert Einwohner auf einem Heliport versammelt, um dort zu übernachten. Zwei Dokumente nur, doch offenkundig Anzeichen nackter Angst. Pemba hat das erzählt, denn er baut in Dingboche gerade eine neue Lodge. Er ist also hier, bei uns. Seine Frau und die Tochter sind in Monjo. Was sie berichten, erschreckt Pemba.
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          Das Internet ist die einzige Verbindung nach "draußen". Wenn es denn einmal für ein paar Minuten wirklich funktioniert und nicht mit kleinen, sich drehenden Buttons, nur so tut als ob. 
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Wir sind nach wie vor in Dingboche. Dort hat normalerweise fast jedes Haus eine WLAN-Verbindung. Der Umsetzter steht auf der anderen Seite des Tales, oben, im Basislager der Ama Dablam. Doch ist bei dem Beben die Batterie zerstört worden. "Kein Netz" oder "Netzwerkfehler" steht nun auf den Displays der Smartphones und Tabletts. Einen Satellitenanschluss gibt es in Dingboche. Nur einen Steinwurf von uns entfernt. Doch ich mag da eigentlich gar nicht mehr hin gehen. Denn meist ist es dort, in einem rudimentären Raum mit wackligen Plastiktischen restlos überfüllt. Und die Preise sind ins Uferlose geschossen. Eine halbe Stunde nach dem Beben kostete eine Stunde noch 200 Rupien, das sind bei dem extrem schlechten Wechselkurs in diesem Jahr, etwas mehr als zwei Euro. Inzwischen kostete die halbe Stunde tausend Rupien. US-Amerikanern haben sie 1,50 Dollar für die Minute abgeknöpft. Und wenn man dann zähneknirschend gezahlt hat, dann bleiben von der halben Stunde kaum ein paar Minuten, in denen es wirklich halbwegs funktioniert. Vorkasse. Selbstverständlich. Gestern hat es zwanzig Minuten gedauert, bis eine Mini-Mail von mir draußen in der Welt war. 
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          Es gehört zum journalistischen Alltag auch über Katastrophen und katastrophale Ereignisse zu berichten. Das ist nicht angenehm und oft sehr berührend, es ist allerdings unsere Aufgabe. Doch ist es ein ganz erheblicher Unterschied, ob man zu einem Ereignis hinkommt, wenn es bereits passiert ist, oder ob man dort ist, wenn es gerade geschieht, wenn man sozusagen Teil des Ganzen ist. Das macht einen ganz erheblichen, qualitativen Unterschied aus, denn es verringert deutlich die Distanz. Als Teil des Ganzen fehlt es an jenem Abstand, der journalistische Arbeit auf möglichst objektive Weise erst ermöglicht. In dieser Situation, so wie sie sich jetzt darstellt, fühlt sich vielleicht auch der abgezockteste Journalist betroffen. Und Betroffenheit vernebelt den Blick. 
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nein, ich schäme mich meiner Tränen nicht, als ich die eingestürzten Häuser in Pheriche und vor allem die vielen, zum Teil sehr schwer verletzten Bergsteiger aus dem Basislager des Mount Everest gesehen habe. Als man sie mit primitivsten Mitteln, auf Holzbrettern liegend, auf Plastikstühlen zusammengekauert oder in Schlafsäcke eingehüllt  zu den Hubschraubern schleppte. 
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es hat einige Anfragen gegeben, dies alles für Zeitungen und das Radio zu berichten. Ich habe es nicht getan. Nicht, dass ich mich wegen dieser Entscheidung als schlechterer, weniger professioneller Journalist fühlen würde. Doch wie um Himmelswillen soll man mit Tränen in den Augen und betroffen von all dem, so schreiben, dass die eigenen Emotionen den Leser und Zuhörer nicht verwirren? Es gibt journalistische Formen (wie diese hier teilweise gewählte), die sind geeignet, solche Situationen zu beschreiben. Doch dafür interessiert sich in diesen Stunden wohl eher kaum eine Redaktionsstube... Da sind Fakten gefragt. Und belastbare Fakten bekommen wir kaum. Wirklich harte Fakten. Die Nachrichtensituation in den Bergen Nepals ist somit katastrophal. 
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  &lt;div&gt;&#xD;
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  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Nepal_2015_01Mai2015_0745.jpg" alt="Eine schneebedeckte Bergkette mit einem blauen Himmel im Hintergrund"/&gt;&#xD;
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    &lt;span&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
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            Es hat, während ich schreibe, aufschreibe, was hier so vorgeht, aufgehört zu regnen. Der Himmel ist wieder blau. Himalaja-blau. Das ist ein so besonderes Blau, vielleicht fast so schön, wie daheim in Südtirol. Die Ama Dablam steht genau gegenüber unserer Lodge. Zum Greifen nah. Unvorstellbar schön. Ama bedeutet in der Sprache der Sherpa Mutter. Ama Dablam ist die Kette der Mutter. Treffender geht eine Beschreibung kaum.
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      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
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            Diese Internet-Bude ist eine Umschlagbörse für Informationen aller Art geworden. Gestern hat dort ein Spanier berichtet, er habe gehört, ein Sturm würde sich, vom indischen Subkontinent her, dem Himalaja nähern und sich dort dann austoben. Was soll man davon halten? Wie soll man damit umgehen? Wieder Angst haben? Wieder überlegen, ob Flucht nicht vielleicht doch die bessere Option ist? Gestern haben sie die ersten vier Toten aus dem EveresBasislager nach Pheriche gebracht. Oben liegen weitere 14 Leichen. Das sind die Sherpa, die ums Leben gekommen sind. Man wird sie nach und nach in ihre Dörfer bringen. Viele der Hubschrauber sind inzwischen auch in anderen betroffenen Regionen im Einsatz. Es soll heftige Diskussionen gegeben haben, dass am Tag nach dem Beben soviel Helikopter gleichzeitig in der Everest-Region und vor allem im Baislager im Einsatz gewesen sind. Wo man Fluggerätschaften doch anderswo mindestens genauso notwendig brauchte.
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      &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
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    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am Nachmittag kamen drei Sherpa einer internationalen Expedition aus dem Basislager kommend hier bei uns an. Unter ihnen auch Mingma und Ngima. Erfahrene Climbing-Sherpa, die alle schon mehrfach mit ihren Klienten auf dem Gipfel des Everest standen. Ich kenne Minga recht gut., Und Ngima auch. Mit ihnen kamen drei Inder, einen kenne ich von Fotos, und ein Japaner. Alle auf der Jagd nach den Seven Summits, den sieben höchsten Gipfeln aller Kontinente. Der Everest ist sicher der schwerste Brocken in dieser inzwischen so begehrten Sammlung, die als Erster der US-amerikanische Öl-Milliardär Dick Bass vervollständigte. Der Mount Everest und diese monströse Lawine, die 18 Bergsteigern das Leben nahm, ist weiter das beherrschende Thema zu Füßen des Everest. Natürlich ist es das. Vielleicht auch und gerade deshalb, weil es so weit weg ist von Kathmandu, soweit entfernt von all dem anderen Elend. Vielleicht ist das ja auch eine Art der Verarbeitung solcher Ereignisse. Ich habe jedenfalls noch nie zuvor Menschen im Angesicht von soviel Elend soviel lachen, kreischen und die eigenen Heldengeschichten hinausposaunen hören, wie diese vier Männer es an diesem Tag getan haben. Gut möglich, dass sie angesichts der eigenen Angst einfach nicht anders konnten. Die Sherpa saßen meist still da, servierten Essen und sprachen ganz leise. Es dauerte lange, bis sie ein paar wenige Sätze über diese Lawine verloren. Sie habe verheerende Wirkung gehabt und heftig genau die Stelle getroffen, an der sich der Khumbu-Gletscher mit seinen Eismasse nach rechts, in Richtung Khumbu-Eisfall wendet. Ein begehrter Platz bei den Expeditionsleitern, denn diese Fläche ist relativ eben und liegt strategisch recht gut. Genau dorthin schossen die Eismassen, die sich hoch oben am Pumori in der Folge des starken Erdbebens als Serac gelöst und sich auf dem Weg nach unten zu einen todbringenden Gemengelage atomisiert hatte. Diese Eislawine schob eine mächtige Druckwelle vor sich her, die die Bergsteiger zuerst traf. Dann kam das Eis. Danach war es still. 
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zu diesem Zeitpunkt befanden sich rund 350 Bergsteiger in den Lagern I und II oberhalb des Khumbu-Eisbruchs. Das war ihr Glück. Auch das Glück für die Mitglieder einer nepalischen Gorkha-Expedition. Die Gorkha sind als Krieger, als Soldaten berühmt geworden. Zweihundert Jahre wird ihre Vereinigung in diesem Jahr alt. Deshalb diese Expedition. Ein Beleg für Stolz und Mut sollte sie sein. Jetzt hat das alles keinerlei Bedeutung mehr für die Männer, deren bekannteste Waffe einst das Khukuri war, ein gebogenes, wuchtiges Messer , wie es heute viele Touristen als Andenken mitnehmen. Das Land der Ghorka, diese herrliche Region mit seinen schwer zugänglichen Mittelgebirgen, ist die am stärksten von dem Erdbeben betroffene Region in Nepal. Südlich vom Achttausender Manaslu gelegen. Wer denkt jetzt noch an eine Expedition zum Mount Everest, zum höchsten Berg der Erde? 
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch der Mensch wäre nicht der Mensch, gäbe es in seinem Denken nicht so viele verschiedene Blickwinkel. Und der Everest ist eben nochmal ganz speziell. Viele Zelte im Basislager seien unbrauchbar, berichteten gestern Mingma und Ngima, die beiden Sherpa. Die Daunen-Jacken und die Schlafsäcke, Ausrüstungsgegenstände und Teile moderner Abenteuerlust seien hunderte Meter von der Lawine vertragen oder verschüttet worden. Ihre vier Klienten, jene drei Inder und der Japaner, sagten frohen Mutes, dass sie fest darauf hofften, ihre Bestrebungen fortsetzen zu können, Mitte Mai eine Höhe von 8848 Meter und damit den Gipfel zu erreichen. Sie seien nur aus einem Grund nach Dingboche gekommen - "killing the Time". 
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
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  &lt;p&gt;&#xD;
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           Die Zeit totschlagen? Ja, bis im Basislager eine Entscheidung getroffen sei, ob es denn weitergehe. Doch wer entscheidet das? Die Bergsteiger im Basislager stehen vor fast der gleichen Situation wie im vergangenen Jahr, als bei einem Eisschlag im Khumbu-Eisfall 16 Sherpa ums Leben kamen, während sie damit beschäftigt waren, die Route für hunderte, wartende Berg-Touristen mit Fixseilen, Eisschrauben und Leitern vorzubereiten. Nun hat es wieder vor allem die Sherpa getroffen. Zum Zeitpunkt der ursächlich zusammenhängenden Ereignisse eines Erdbebens und einer dadurch ausgelösten Lawine, befanden sich rund 920 Bergsteiger, Sherpa und Helfer anderer nepalischer Ethnien im Basislager und in den Flanken des Berges. Nicht Wenige sagen, dass alles hätte noch viel schlimmer ausgehen können. Genau Jene aber, die das sagen, stehen jetzt vor der Frage: Und nun? Kann man angesichts von 18 aufgebahrten Leichen noch weiter am Everest klettern? Ist es nicht allein die Frage des Respektes, die darüber entscheidet? Im Vorjahr verschanzten sich die Sherpa hinter den schlechten Bedingungen, unter denen sie arbeiten müssen. Schlechter Versicherungsschutz vor allem, aber auch Geringschätzung ihrer gefährlichen Arbeit. 
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           Die Bedingungen wurden teilweise verbessert und die Weltöffentlichkeit hat wohl verstanden, um was es den Sherpa geht. Was oder Wer also wird in diesem abermals verheerenden Frühjahr die Entscheidungen über den Fortgang am Mount Everest begünstigen oder fällen. Der kleine Japaner krähte lauthals, man warte nun auf eine Entscheidung der nepalischen Regierung. Aha. Er weiß das von Mingma, seinem leitenden Sherpa. Und der weiß es, weil es wohl nur so sein kann. Im Basislager arbeiten über 400 Männer vom Volk der Sherpa. Diese mit einer mehrheitlichen, demokratisch herbei geführten Entscheidung unter einen Hut zu bringen, ist schier unmöglich. Das hat schon das Vorjahr gezeigt. Das viele Geld, das bei den Expeditionen umgesetzt wird, hat zweifelsfrei maßgeblichen Anteil an den Entscheidungen. Immerhin: eine Besteigung kostet je nach Ausstattung, Komfort und Sicherheitsmaßnahmen zwischen 30.000 und 85.000 US-Dollar (Stand Frühjahr 2015). Vor diesem Hintergrund mag man dem Gedanken leicht folgen, dass da Moral, Respekt und vielleicht sogar Anstand keinen Platz mehr haben. Die nächsten Tage werden zeigen, was aus den drei Indern, dem Japaner, Mingma, Ngima und all den hunderten Bergsteigern wird, die am Fuß von "Chomolungma" der "Muttergöttin der Erde" ausharren. Außerirdisch ist man versucht zu sagen...
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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           Strahlender Sonnenschein inzwischen. Der Berge stehen unverrückbar vor uns. Die Ama Dablam, der Island Peak, der Lhotse mit seiner tiefschwarzen Südwand. Drüben liegt ein riesiger Haufen Steine. Wenn man es nicht besser wüsste , müsste man glauben, ein Haus sei eingestürzt. Doch ein gutes Dutzend Arbeiter bauen dort seit Monaten an einem neuen Haus. Jeder Stein wird einzeln mit der Hand, mit Hammer und Meißel behauen. Je exakter dies geschieht, umso standfester ist das Haus. Es gibt fast keinen Zement. Den Halt in den Ritzen, die zwangsläufig beim Bau vorhanden sind, geben kleine, dazwischen geschobene Felssplitter. Keile sozusagen. Auf das es nicht wackle und wanke. Da baut einer ein Haus - im strahlenden Sonnenschein und inmitten von all diesem Chaos. Nein, die Zeit wartet nicht. Dieses Erdbeben war verheerend. Als Ereignis und in seiner Auswirkung. Und doch, das wird vor allem klar, wenn man Ama Dablam, Lhotse oder Island Peak betrachtet, war das allenfalls ein kleiner Rülpser unserer Erdgeschichte.
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           Heute Nachmittag will der Präsident der oberen Regionen im Khumbu-Nationalpark sich an die nepalische Regierung und an die Medien wenden. Es seien, so berichtet er, schon bald hinter dem Flughafen in Lukla, hunderte Trekkinggäste, verschreckten Wanderer, die von oben kamen, zur Umkehr bewogen worden. Es stünde im oberen Khumbu kein einziges Haus mehr, habe man ihnen erzählt, man könne da nicht sicheren Fußes hingehen, geschweige denn halbwegs komfortabel übernachten. Das aber stimme doch gar nicht, wundert sich der gute Mann, der in Dingboche eine Bäckerei mit wirklich köstlichem Kuchen betreibt. Recht hat er. Es ist viel zerstört worden, doch beileibe nicht alles. Es ist Hochsaison und das Wetter wird wohl offenbar jetzt immer stabiler. Gerüchte, Falschmeldungen, Vermutungen. Das Gift des Journalisten. Vielleicht wäre es besser, einfach nur die Klappe zu halten und das zu berichten, was zu sehen ist und was man vor allem selbst gesehen hat?! Doch es ist offenbar viel spannender, Augen, Mund und Ohren aufzusperren, wenn einer daher kommt und sagt, in Lukla säßen fast 2000 Bergsteiger und Wanderer fest, sie würden auf den Straße schlafen und am Flughafen in Zelten, damit sie am nächsten Morgen bei den Ersten seien, die sich um eines der wenigen Tickets balgen. 
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           Wir sitzen nach wie vor ganz weit oben in den Bergen. Wären nicht diese schrecklichen Ereignisse und die Bilder, die wir gesehen haben, wäre nicht dieses zigfache Hochschrecken in der Nacht, diese Angst, es könnte von Neuem beben, dieses Gefühl, unter einem bewege sich die Erde, obwohl doch gar nichts los ist, wenn all das nicht wäre, man müsste fast sagen: herrlich. Doch es ist nicht herrlich. Weil diese Angst latent vorhanden ist. Weil man versucht ist, an diesen angekündigten, angeblichen Zyklon zu glauben. Weil unendlich viele Menschen leiden. Weil wir Teil des Ganzen sind. Und weil wir noch immer nicht wirklich wissen, was wir machen sollen, was die beste Option von allen ist. Wir haben die Wahl. Somit sind wir frei. Doch was tun mit einer Freiheit, die so kostbar und doch manchmal fast unbrauchbar ist?
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           Gibt es Zeichen? Vor jeder meiner Touren im Himalaja, ganz gleich ob Expedition oder Trekking habe ich in Bodnath den Stupa besucht und eines der Klöster. Dort fand dann eine kleine Puja statt. Das ist eine sehr unaufdringliche, sehr bescheidene buddhistische Zeremonie, bei der ein Lama die Götter um Beistand, Unterstützung und auch den Segen bittet. Man mag dazu stehen wie man will, auf jeden Fall ist das sehr schön, ein Moment des Innehaltens, der Einkehr und auch der Besinnung. Denn das alles ist schließlich nicht ganz ungefährlich. Der Himalaja ist ein großes, wuchtiges, in des Wortes Sinn ein überwältigendes Gebirge. Vielleicht deshalb gedeihen dort auch Glaube und das Vertrauen auf etwas Überirdisches besonders gut. Die allermeisten Menschen sind ihrem Glauben und ihrer Religion tief verbunden.
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      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           In all den vielen Jahren hat mir stets ein Lama eine dünnes, farbiges Bändchen um den Hals geknüpft. Auch den Freunden und Bekannten, die mich begleiteten. Es möge schützen und bewahren. Doch es sei nicht das Jahr der Zerstörung hiess es stets, ich müsse keine Angst haben, es sei ein gutes Jahr für mein Vorhaben. Das waren Expeditionen mit Hans Kammerlander, mit großen internationalen Teams am Everest oder viele unvergessliche Trekkingtouren. In diesem Jahr hat der Lama, den ich nun seit so vielen Jahren kenne, mich lange angeschaut und dann ganz leise gemurmelt, ich möge vorsichtig sein, auf all meinen Wegen. Mehr sagte er diesmal nicht. Es war anders als sonst. Es fällt mir erst jetzt auf. Ein Foto im Internet zeigt, dass am Stupa in Bodnath Risse hat, dass die Mönche alle Gebetsfahnen abgenommen haben. Kahl und traurig wirkt dieser Anblick nun. Als sei etwas gestorben, an einem Ort, der stets vor lauter Leben überquirlte. Und nicht weit von hier, wo wir ausharren, hat sich die Erde mit einem deutlich sichtbaren, unnatürlichen Spalt geöffnet. Was ist nur geschehen? Es wird Zeit brauchen, bis wir begreifen.
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    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es hat geregnet vergangene Nacht. Dann schien die Sonne. Jetzt haben Wolken der Ama Dablam erneut ein weisses Gewand umgelegt. Das verdammte Internet setzt schon wieder aus. Und die Zeit hält einfach nicht an.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
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      <pubDate>Tue, 28 Apr 2015 11:25:35 GMT</pubDate>
      <author>s.redaktion@me.com (Walther Lücker)</author>
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      <title>Luftbrücke in das Everest-Basislager</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         69 Schwerverletzte vom Everest gebracht – bislang 18 Tote geborgen
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  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/aa64584e/dms3rep/multi/Nepal_2015_26Apr2015_1366.jpg" alt="Eine Gruppe von Menschen hat sich auf einem Feld um einen Hubschrauber versammelt."/&gt;&#xD;
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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          26. April 2015
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          Gerade zurück aus Pheriche. Es ist der Tag Eins nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal. Es ist der Tag, an dem die Menschen vorsichtig beginnen, zu realisieren und erste Bilanz zu ziehen. Sie zählen die Toten, helfen den Verletzten, betrachten wie entgeistert das, was bis gestern noch ihr Zuhause gewesen ist. Die Schäden, so zeigen verstörende Videos im Internet, sind immens. Noch kann niemand sagen, wie groß sie wirklich sind. Das wird noch Wochen dauern. 
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Das Erfassen der Gesamtsituation ist längst noch nicht zu Ende. Und doch steht bereits jetzt fest, dass dieses Beben für immer mit der bislang größten Katastrophe am Mount Everest verbunden sein wird. 18 Tote wurden bis heute Vormittag aus dem Everest-Basislager geborgen.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Das Epizentrum des Bebens, das weiß man inzwischen, lag in der Ghurka-Region, nicht weit weg vom Manaslu. Damit war neben der Hauptstadt Kathmandu diese Himalaja-Region am stärksten betroffen. Und eben auch die Gegend am Mount Everest. Dort liegt das Basislager für die Besteigung des höchsten Berges der Welt. Dort warteten bis gestern rund 900 Bergsteiger, Sherpa und Helfer anderer nepalischer Ethnien auf die Chance den Mount Everest zu besteigen. Sie harrten dort in kleinen, gelben Zelten aus, die allenfalls einen schwach gefühlten Schutz boten. Sie warteten auf ein Wetterfenster, dass es ermöglichen würde, den Everest zu besteigen.
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          Dort, in diesem Basislager gibt es nun eine Katastrophe in der Katastrophe. Als um sieben Minuten vor Zwölf auch im Khumbutal so heftig die Erde bebte, dass wir sehen konnten, wie der Untergrund unter unseren Füßen sich in Wellen bewegte, löste sich an der Südostwand des Pumori eine Eislawine unvorstellbaren Ausmaßes. Augenzeugen berichten, dass die Eis- und Schneemassen mit rasender Geschwindigkeit auf die Zelte im Basislager des höchsten Berges der Erde zukamen. Es gab keine Chance zu entrinnen. Die Lawine verwüstete das Basislager in 5300 Meter Höhe. Die Zelte boten praktisch keinen Widerstand. Menschen wurden getötet, es gab viele Verletzte. Zwischen Lager I und Lager II im Western Cwm wurden Bergsteiger und Sherpa eingeschlossen, die sich im Auf- und Abstieg in der präparierten Route befanden. Sie harrten dort auch am Sonntag noch aus und niemand konnte ihnen vorerst helfen.
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          Am Sonntag Vormittag, als der Nebel und die tief hängenden Wolken es zuließen, wurde zwischen dem Everest-Basislager und Kathmandu eine Luftbrücke eingerichtet. Mit zwei Zwischenstopps. Eines der beiden Logistik-Zentren liegt seitdem  in Pheriche, einem kleinen, 4240 Meter hoch gelegenen Nest am Fuß des Khumbu-Gletschers, das vor allem für seine sehr guten Unterkünfte bekannt ist. Und dafür, dass dort gute Landemöglichkeiten bestehen. Und auch dafür, dass es dort eine gut ausgestattete Krankenstation gibt. Mit fünf Helikoptern wurden den ganzen Vormittag insgesamt 69 zum Teil schwer verletzte Sherpa und westliche Bergsteiger im Basislager geborgen und nach Pheriche gebracht. Dort nahm ein eilends zusammengestelltes Ärzteteam – meist begleiteten sie selbst Expeditionsgruppen oder waren zum Trekking unterwegs – die Erstversorgung vor. Als es der Nebel dann endlich zuließ, kam aus Kathmandu ein Großraum-Hubschrauber und brachte die Verletzten nach und nach in die Krankenhäuser der Hauptstadt. 
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          Noch im Laufe des Sonntag wurde damit begonnen, das Basislager zu evakuieren. Bereits vor Lobuche wurden die vielen Trekker auf ihrem Weg in Richtung Basislager gestoppt und zurück geschickt. Man brauchte dringend in den Lodges jedes Bett und jedes Lager für die Sherpa und Bergsteiger, die aus dem Basislager kommen würden. Niemand vermochte wirklich seriös zu sagen, wie diese Aktion vonstatten gehen soll und wie es tatsächlich unter dem Mount Everest aussieht. Eines jedoch steht fest: Ein Jahr nachdem bei einem Eislawinen-Unglück im Khumbu-Eisfall 16 Sherpa ums Leben gekommen sind, sorgte nun abermals eine Natur-Katastrophe für Trauer und Entsetzen unter dem Dach der Welt. 
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          Heute morgen waren wir in Pheriche. Es liegt nur eine gute halbe Stunde von Dingboche entfernt. Ich wollte den Lodgebesitzer suchen, in dessen Haus ich so viele schöne Stunden verbracht habe. Ich habe ihn nicht gefunden. Wie auch, in solch einem Chaos. Wir haben die Luftbrücke der Hubschrauber beobachtet, über die die Verletzten aus dem Basislager gebracht wurden. Ich hatte dem Präsidenten der Khumbu-Bergrettung, einem Cafehaus-Besitzer aus Dingboche, Hilfe angeboten, wenn es vonnöten sein sollte. Doch da waren schon so viele helfende Hände. 
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          Es war schwer zu ertragen und schwer anzusehen, was dieses Beben in Pheriche angerichtet hat. Kaum ein Haus, das noch bewohnbar ist. In den Trümmern gruben Menschen mit bloßen Händen und rudimentärem Gerät nach ihren verbliebenen Habseligkeiten. Wände eingestürzt, Dächer aus Wellblech zusammengeknickt wie Spielkarten, Einrichtungsgegenstände nicht mehr an ihrem Platz, Menschen die verschreckt zwischen den Mauern umherirrten. Und über ihren Köpfen die Hubschrauber, die immer neue Verletzten brachten...
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           Dingboche, wo wir selbst das Erdbeben erlebt haben, wurde nur wenige Häuser so beschädigt, dass sie unbewohnbar sind. Noch einmal gesagt: Das grenzt fast an eine Wunder. Doch offenkundig ist das alles nicht vorbei. Um sieben Minuten vor ein Uhr in der Nacht hat noch einmal sehr heftig die Erde gebebt. Wieder stürzten schreiend und entsetzt die Menschen aus ihren Häusern. Erneut wellte sich der Boden unter unseren Füßen, wieder wankten die Wände. Wieder passierte nicht sehr viel. Auch das wirkt auf uns fast an ein Wunder. Gerade vor dem Hintergrund, dass anderswo, wie in Pheriche halbe Dörfer zerstört worden sind. Es wird einem Trauerzug gleichen, wenn die Trekker aus aller Welt nun hinunter steigen werden in Richtung Namche Bazar und zum Flughafen nach Lukla. Vorbei an all diesen verheerenden Zerstörungen.
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          Überall werden sie in einem der ärmsten Länder der Welt und gleichzeitig einer der schönsten Gegenden unserer Erde Not und Elend begegnen. 
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          Wir hatten noch viel vor. Zwei bestiegenen Fünftausendern sollten zwei weitere folgen und drei hohe Pässe bis ins Gokyo-Tal und hinunter nach Thame ins Dorf jener Sherpa, die es zusammen genommen auf die meisten Everest-Besteigungen bringen. Wir haben das alles gecancelt. Aus Respekt vor den Menschen und natürlich auch, weil die Wege nicht sicher sind. Der Trail von Dingboche weiter hinunter ins Tal ist in Teilen weggebrochen. Doch wo endet der Respekt? Wo wird der vermeintliche Respekt vor den Menschen, die man respektieren möchte, zur offenen Abwendung? 
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          Ich habe mit unserem Lodgebesitzer gesprochen. Er hat gesagt, wir sollen bleiben. Solange wir möchten. Wir sollten nicht gehen. Auch weil wir Bergsteiger, Gäste und Touristen doch ihre wichtigste Einnahmequelle seien. Woher solle das Geld kommen, um die Häuser wieder aufzubauen, wenn wir jetzt gingen. Das klingt einleuchtend und passt zu diesem so gastfreundlichen Land. Wir werden wohl noch abwarten. Bis morgen auf jeden Fall. Gut möglich das wir unseren Abstieg auch bewusst verzögern. Denn wir haben die Wahl. Wir sind frei. Andere sind das nicht. Andere müssen hinunter. Denen sollten wir nicht unbedingt im Wege sein. 
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          Das Chaos ist schon groß genug. Nach diesem verheerenden Erdbeben, das Nepal erschüttert hat.
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      <pubDate>Sun, 26 Apr 2015 15:05:23 GMT</pubDate>
      <author>s.redaktion@me.com (Walther Lücker)</author>
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